STADTRADELN-Star Blog: Harald Kreutzer


Stadtradeln baut keine Radwege

Ecrit le 26.09.2020 de Harald Kreutzer
Equipe: BAUT ENDLICH GUTE RADWEGE FÜR ALLE!
Commune: Saarbrücken im Regionalverband Saarbrücken

Letzte Woche gab es übrigens noch einen Beitrag bei Radio SR1 über das Stadtradeln. Sorry, hatte ganz vergessen, den hier zu verlinken, weil die Woche so viel los war.

Ihr findet ihn hier zum Nachhören:
https://www.sr.de/sr/sr1/programm/themen/stadtradeln_2020_saarland_100.html

Es werden zwei Positionen gegenübergestellt.

Contra: "Christiane Solte dagegen ist viele Jahre mit ihrem Team "Zauberladen" mitgefahren. In diesem Jahr ist sie aber nicht mehr dabei, weil sie den Eindruck hat, dass die Aktion nichts bewirkt. Da fahren die mit, die ohnehin Fahrradfahren, meint sie. Die Aktion bewegt aber kaum jemanden, aufs Rad umzusteigen."

Pro: "Fahrradfahrer Harald Kreutzer findet die Aktion gut, weil sie der Politik signalisiert, dass es in Sachen Radfahren noch Handlungsbedarf gibt."

Ich wurde dort für die Position "Pro" verbucht, weil es ja sonst irgendwie auch keinen Spaß macht, wenn niemand dagegen hält :D Der Vollständigkeit halber möchte ich aber an dieser Stelle doch noch mal zu Protokoll geben, dass ich das Stadtradeln grundsätzlich begrüße, es aber auch nur als einen kleinen Baustein sehe auf dem Weg zu einer Verkehrswende im Saarland. Stadtradeln bietet den sich beteiligenden Kommunen eine Möglichkeit, dass sie für das Radfahren vor Ort ein bisschen Werbung machen können, ohne dass es weh tut und ohne lästige Diskussionen, wo man den Radverkehr verbessern könnte und den Autos Platz wegnehmen müsste. Einige Kommunen sind dort ein bisschen mutiger als andere und setzen den Störungs-Radar ein, über welchen man Defizite im Radverkehrsnetz melden kann. Die Landeshauptstadt ermuntert die Nutzer*innen des Stadtradelns auch, dass diese sich die dazugehörige App herunter laden, um Informationen zu erhalten, welche Wege stark von Radler*innen frequentiert sind, welche man vielleicht noch nicht auf dem Schirm hat. Das ist alles gut und wichtig.

Stadtradeln alleine wird jedoch keine Radwege bauen und die Infrastruktur verbessern. Es Bedarf hier des Engagements aller Alltagsradler*innen, welche diese Zeilen gerade lesen. Die Verkehrswende wird nicht in Fahrt kommen, wenn man über schlechte Radwege schimpft und ansonsten selbst nicht aus dem Quark kommt und auf die Politik, Verwaltung, Medien zu geht und sich mit anderen Radler*innen zusammen tut, um etwas zu bewegen. Die Politik wird sich nicht von selbst auf diesen Weg begeben. Sie braucht vielmehr das starke und deutliche Signal aus der Gesellschaft, dass sich etwas für den Radverkehr (und die anderen "ökologischen" Verkehrsmittel) bewegt. Dazu hat z.B. der offene Brief von Christiane beigetragen, welcher zu einer Berichterstattung zum Thema geführt hat, aber auch das Engagement vieler einzelner Alltagsradler*innen, welche in den letzten Jahren dazu gekommen sind und ihre Zeit rein geben, um etwas für den Radverkehr zu bewegen. Danke euch und ich würde mir sehr wünschen, dass künftig noch viele weitere engagierte und entschlossene Radler*innen dazu stoßen werden!

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Es tut mir leid.

Ecrit le 26.09.2020 de Harald Kreutzer
Equipe: BAUT ENDLICH GUTE RADWEGE FÜR ALLE!
Commune: Saarbrücken im Regionalverband Saarbrücken

Eigentlich wollte ich diesen Blog gerne mit ein paar netten Beispielen füllen, wie vernetzte Mobilität in Saarbrücken gelebt wird. Über den Tellerrand hinaus des Verkehrsmittels, welches man tagtäglich nutzt. In meinem Fall also das Fahrrad. Ich hatte dafür auch mal bei ein paar Leuten durchgeklingelt, welche mir vielleicht ein paar Inspirationen hätten geben können, was so vor Ort abgeht oder zumindest mal in Planung ist. Seien sie auch in ferner Zukunft, um das Fahrrad besser mit anderen Verkehrsträgern zu vernetzen. Zu oft kam da allerdings "Sie können das Fahrrad nach 9 Uhr im Bus kostenlos mitnehmen!" und dann musste das Gegenüber oft überlegen, was man nun noch aufzählen könnte. Zu oft hatte ich auch das Gefühl, dass die Leute vom Fach sich zwar mit "ihrem" Verkehrsmittel arrangiert haben, aber dass das Weiterdenken aufhört, wo es eine andere Zuständigkeit betrifft. Das ist wirklich sehr schade.

Es gibt ja schon auch ein paar Beispiele, die man noch hätte erwähnen können, wie z.B. die Fahrradboxen, welche an einigen Bahnhöfen stehen oder dass man Klappräder auch umsonst vor 9 Uhr mitnehmen kann. Theoretisch. Wenn man das allerdings mal ganz praktisch ausprobiert, dann merkt man schnell, wo man im bestehenden System an Grenzen stößt. Als ich in der ersten Woche des Stadtradelns mit dem Klapprad im ÖPNV unterwegs war, habe ich schon an der einen oder anderen Stelle leise geflucht. Ich fahre sehr gerne ÖPNV, aber mit dem Fahrrad dabei ist das noch mal eine ganz andere Geschichte. So ein Klapprad nimmt ja eigentlich nicht viel Platz weg im zusammengefalteten Zustand, aber wenn man sich damit in den morgendlichen Schul- und Berufsverkehr begibt, dann können einem schon mal die Schweissperlen auf die Stirn treten. Die Busse sind zu diesen Zeiten sowieso schon ziemlich überfüllt und wenn man dann noch ein Fahrrad unter dem Arm hat, muss man schon ziemlich jonglieren und sich sein Eckchen suchen. Keine Erfahrung, die wirklich Spaß macht. Aber wie sagte jemand letztens aus dem Bereich ÖPNV zu Fahrrädern im Bus? Eigentlich nehmen sie in Bussen ja schon viel Platz weg für reguläre Gäste. Ich verstehe das Dilemma, aber so macht man es den Leuten halt auch nicht unbedingt schmackhaft, dass sie zwischen den unterschiedlichen Verkehrsmitteln wechseln, wenn dort schon Hürden aufgebaut werden. Lösungen müssen her! Wie wäre es mit Bussen, welche mehr Platz lassen im Eingangsbereich? Oder sollten Fahrräder vielleicht auf eine Art Gepäckträger hinter dem Bus? Vielleicht gibt es auf diesem Planeten ja schon irgendwo eine Lösung, wo dies gut geregelt wird?

Als Neu-Besitzer eines Klapprades, welcher dies im ÖPNV nutzen möchte, muss ich auch mal Kritik los werden an den jeweiligen Fahrrad-Firmen: Ich hab ziemlich lange darüber gerätselt, welches Klapprad ich mir nun zulege. Man kann dort ja schon einige Hundert bis Tausend Euro auf den Tisch legen für ein Klapprad. Ich habe mich dann für eine Variante entschieden, welche knapp über 500 Euro (auch nicht gerade wenig Geld für mich) gekostet hat, jetzt aber auch schon wieder rumzickt bei der Schaltung. Bei Koffern werben die bekannten Marken damit, dass sie gut für's Flugzeug geeignet sind, weil sie besonders leicht sind oder bestimmte Maße nicht überschreiten. Habt ihr das schon mal an Falträdern gesehen, dass diese damit werben, dass sie wegen X, Y oder Z besonders gut für den ÖPNV oder für's berufliche Pendeln sind? Ich nicht. Es würde mich aber interessieren und ich denke viele andere auch, weil man so ein Ding ja meist nicht kauft, um damit längere Strecken zurück zu legen. Im Saarland gab es da ja auch schon mal durch das saarländische Ministerium für Wirtschaft und Verkehr eine Initiative, um "vergünstigte" Klappräder an die Frau oder den Mann zu bringen? Vielleicht kann man ja durch das Ministerium noch mal auf dieses Thema drauf gucken und vielleicht ist ja auch vorstellbar, dass man Menschen dabei mit Gutscheinen unterstützt, welche das Auto stehen lassen und sich dafür ein Klapprad zu legen + eine ÖPNV-Karte? Klar, natürlich nicht nur als Förderung für diese Gruppe der Gesellschaft gedacht, weil die anderen zwar vielleicht kein Auto haben, aber ebenso gefördert werden müssten.

Schwierig ist bei der Fahrradmitnahme im Moment auch der verfügbare Platz im Bus. Wäre es dort vorstellbar, dass man über eine App eine Info bekommt, wie voll der jeweilige Bus oder die Bahn ist? Hierfür müsste man allerdings auch ermitteln, wie viele Personen sich im Moment in dem jeweiligen Verkehrsmitteln befinden und so weit ist die Technik im saarländischen ÖPNV glaube ich noch nicht (siehe meinen ersten Beitrag "Tüt, tüt!")?

Eigentlich wollte ich als sog. "Stadtradel-Star" auf schöne Beispiele ein gehen, wie man das mit der vernetzten und digital-unterstützten Mobilität im Saarland gut hin bekommen kann. Im Moment gehe ich aber eher mit dem Gefühl aus diesen 3 Wochen des Stadtradelns heraus, dass das Thema noch eine große, große, große Baustelle ist und sich im Moment noch niemand wirklich zuständig fühlt. Vielleicht gibt es ja auch die eine oder andere schöne und positive Entwicklung, welche ich übersehen habe? Dann würde ich mir sehr wünschen, dass man dies verstärkt öffentlich kommuniziert, damit ich, aber bestimmt auch viele andere Menschen davon profitieren können und hoffentlich vielleicht Menschen vom PKW auf den ÖPNV und das Fahrrad umsteigen!

Euer Harald von Weltveränderer e.V.

PS: OK, einen habe ich noch: Ich würde mir sehr, sehr wünschen, dass die Menschen, welche über die Mobilität der Zukunft entscheiden, auch mal die unterschiedlichen Fortbewegungsarten am eigenen Leib auf dem Weg zur Arbeit ausprobieren und nicht nur in Besprechungszimmern vom grünen Tisch darüber diskutieren. Manchmal drängt sich mir der Eindruck auf, dass Entscheider*innen z.B. aus/ für dem/ den Bereich ÖPNV, diesen gar nicht für ihre alltäglichen Wege nutzen. Wie kann man ein Produkt nach vorne bringen, wenn doch lieber das Auto nutzt, weil man sich insgeheim denkt, dass der ÖPNV ja so schlecht ist und man daher doch das Auto benutzen "muss"?

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Nachhaltige, vernetzte Mobilität und eine schlauere Stadt

Image Ecrit le 13.09.2020 de Harald Kreutzer
Equipe: BAUT ENDLICH GUTE RADWEGE FÜR ALLE!
Commune: Saarbrücken im Regionalverband Saarbrücken

Letzten Dienstag waren wir, Susanne Speicher und Harald Kreutzer (die sog. "Stadtradel-Stars") bei Tobias Raab auf einen Kaffee eingeladen. Er ist seit Mitte August neuer Beigeordneter im Dezernat für Wirtschaft, Soziales und Digitalisierung in der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Nach einer kurzen Vorstellung, was Weltveränderer e.V. so im Bereich Mobilität macht (z.B. der Vergleich von Schulwegen von Kindern in Uganda und im Saarland, ob mit dem Fahrrad, Bus oder Auto ), ging es dann von E-Scootern in Saarbrücken (sehr emotionales Thema in Saarbrücken), über digitale Hilfsmittel bei der Parkplatzsuche bis hin zu bestehenden Aktivitäten, welche die Landeshauptstadt im Bereich "Smart Cities" hat. Die Landeshauptstadt hat hierzu auch im April unter dem Titel "Mitmachkommune Saarbrücken" einen größeren Projektantrag eingereicht, um das notwendige Kleingeld für spannende Aktivitäten zu haben.

Es war ein kurzes Gespräch, weil er uns netterweise noch einen Platz in seinem Terminkalender frei geräumt hat, wofür er vermutlich auf eine ordentliche Mittagspause verzichtet hat. Wir konnten die Themen daher auch nur ankratzen, für welche man sich wohl normalerweise ein paar Stunden Zeit genommen hätte.

Leider wurde am gleichen Abend nach dem Treffen bekannt, dass der oben genannte Projektantrag abgelehnt wurde (Glückwunsch an den Landkreis St. Wendel, deren Projekt gefördert wird!). Dies ist schade, bietet aber vielleicht auch die Gelegenheit, dass man in der nächsten Smart Cities-Bewerbung für 2021 einen größeren Schwerpunkt auf eine global nachhaltigere und vernetzte Mobilität legt, welche vielleicht nicht nur vorbildhaft für Kommunen in Deutschland, sondern auch anderen Teilen dieses Planeten ist? Dem Gedanken der Mitmachkommune folgend, freuen sich einige Akteuer*innen bestimmt schon, dass sie hierzu ihre Gedanken und Ideen einspeisen können...

Hier noch ein paar Quellen zum Weiterlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Smart_City
www.bmi.bund.de/smart-cities

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Tüt, tüt!

Ecrit le 07.09.2020 de Harald Kreutzer
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Commune: Saarbrücken im Regionalverband Saarbrücken

Ist euch schon mal aufgefallen, wie schmächtig sich die Hupe eines Linienbusses anhört, wenn man vor Augen hat, um was für ein mächtiges Gefährt es sich dabei eigentlich handelt? :)

Heute morgen waren wir auf so eine Bushupe angewiesen, weil wir im Schul- und Berufsverkehr kurzfristig und ziemlich zackig zwischen zwei Bussen wechseln mussten. Mit dem Klapprad unter dem Arm und dem Schulkind im Schlepptau. Als wir den Busfahrer darauf angesprochen hatten, dass wir in den Bus da vorne müssen (gleiche Nummer, aber fuhr die richtige Linie), hatten wir erwartet, dass er jetzt irgendwie sein Funkgerät raus holt oder sonstiges digitales Equipment, um zu signalisieren, dass da Leute von dem Bus in den anderen Bus umsteigen müssen, aber stattdessen: "Tüt, tüt!". Wie in den guten alten Zeiten. Ein bisschen schmunzeln mussten wir schon.

"Schnell mal mit dem Fahrrad in den Bus springen... "
In den kommenden 3 Wochen werde ich für euch als Mitglied von Weltveränderer e.V. und als sogenannter "Stadtradel-Star" über vernetzte, digitale und nachhaltige Zukunftsmobilität bloggen. Aus dem Bus, der Bahn und vor dem Fahrkartenschalter. Dabei natürlich immer mit dem Fahrrad unter dem Arm und natürlich werden wir als globale Nachhaltigkeitsorganisation auch Mobilitätsvergleiche ziehen zwischen dem Saarland und anderen Weltregionen, wie die das mit den Wegen zur Arbeit, zur Schule oder in der Freizeit machen und wie das hier bei uns so läuft. Falls ihr findet, dass ich da mal etwas ausprobieren und darüber im Stadtradeln-Blog schreiben sollte, dann schickt mir eine Nachricht an harald at weltveraenderer.eu!

In der ersten Woche des Stadtradelns unterhalten wir uns übrigens mit dem neuen Saarbrücker Dezernenten für Soziales, Wirtschaft und Digitalisierung, Tobias Raab. Bei einem fair gehandelten Kaffee zwischen zwei Terminen geht es um oben erwähnte vernetzte, digitale und nachhaltige Mobilität. Was gibt es schon und wo kann die Reise da seiner Meinung nach für die Landeshauptstadt hin gehen?

Wir werden hier berichten!

PS: Als Bild zu diesem Beitrag haben wir euch einen Schnappschuss beigefügt, welcher einen Linienbus im Stau zeigt. Als Radler ist man es eigentlich gewohnt, dass man meist recht geschmeidig am Stau vorbei fährt. Wenn man dann doch mal den ÖPNV nutzt und mit im Stau steckt, ist es ein ganz schön ungewohntes Gefühl, wenn man nicht vom Fleck kommt. Was haltet ihr von der provokanten Aussage "Der ÖPNV steht an Engstellen im Stau: Weil er keine Spur für sich hat!". Schickt mir dazu eine Nachricht!

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Kinder auf dem Lastenrad

Ecrit le 17.06.2018 de Harald Kreutzer
Equipe: BAUT ENDLICH GUTE RADWEGE FÜR ALLE!
Commune: Saarbrücken im Regionalverband Saarbrücken

Vor einiger Zeit konnte man die Anzahl der Lastenräder in Saarbrücker noch an einer Hand abzählen. Mittlerweile sind es schon zwei bis drei Hände voll, die im Stadtgebiet unterwegs sind. Vielleicht sogar vier.

Einige Kategorie von Lastenrädern kann man allerdings weiterhin nur an einer Kinderhand abzählen. Lastenräder, die für den Transport von Kindern geeignet sind. Klar, in so eine Lastenradbox kann man nicht nur Sachen rein stecken, sondern auch mal Kinder oder auch Erwachsene transportieren. Gar kein Problem. Besser ist es aber meiner Ansicht nach, wenn man die Kinder auch anschnallen kann, damit sie bei einem Unfall nicht durch die Gegend geschleudert werden. In Saarbrücken fahren meines Wissens nur vier Lastenräder rum, welche oft mit einer oder zwei kleinen Sitzbänken ausgestattet sind und mit Anschnallern. Eigentlich schade, da einige Eltern glaube ich schon Interesse daran hätten. Bei Anschaffungskosten von ein paar Tausend Euro in der elektrischen Version überlegt man natürlich doppelt, wenn man gleichzeitig noch einen PKW sein Eigentum nennt (im Umkreis von Saarbrücken sind leider auch noch keine gebrauchten Lastenräder zu haben, welche etwas günstiger sind). Für Natalie vom Designbüro BUREAU STABIL stellte sich diese Frage jedoch erst gar nicht. Sie entschied sich dafür, ganz auf das Auto zu verzichten und nicht nur das Kind, sondern auch alle anderen Besorgungen des Alltags mit dem kindertauglichen Lastenrad zu erledigen. Das finde ich richtig gut und hoffe, dass dies auch andere Eltern inspiriert, ihr Auto abzumelden und komplett auf das Lastenrad umzusteigen! Unten gibt es ein Beispielfoto, wie dies aussehen kann (natürlich mit Einwilligung der Mutter eingestellt).

Das Stadtradeln in Saarbrücken ist mittlerweile vorbei und eigentlich gäbe es noch über einige Themen zu schreiben. Vielleicht habt ihr die eine oder andere Idee mitgenommen oder möchtet künftig sogar ganz auf das Auto verzichten und auf möglichst umwelt- und menschenfreundliche Alternativen umsteigen?

Man sieht sich auf dem Rad!

VG, Harald von Weltveränderer e.V.
www.weltveraenderer.eu
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Es ist erstaunlich.

Ecrit le 11.06.2018 de Harald Kreutzer
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Commune: Saarbrücken im Regionalverband Saarbrücken

Ich bin immer wieder verwundert, wie viel Kram man doch in so einem Lastenrad unterbringen kann. Das Saarbrücker Repair Café zieht demnächst vom Welt:raum am St. Johanner Markt (1.000 Dank, dass wir eure Räumlichkeiten nutzen durften!!) in die Breite63 in Malstatt um, wo es dann am 4. August erstmalig die Pforten öffnen wird. Heute haben wir dann das Equipment abgeholt, welches noch im Welt:raum stand und es passte tatsächlich komplett in das Lastenrad rein! OK, OK, wir haben jetzt keine Tonnen an Material gehabt, aber wenn man den Materialeinsatz bei Veranstaltungsformaten wie z.B. dem Repair Café schlank hält und nicht unnötig viel Gerümpel transportiert, dann passen die benötigten Utensilien in eine Fuhre Lastenrad. Als Weltveränderer e.V. haben wir in der Vergangenheit bereits einige Veranstaltungen mit der Hilfe des Lastenrades organisiert und auch hier war das Lastenrad einfach nur zu empfehlen. Kein Auto, keine dumme Parkplatzsuche und man konnte hin und wieder sogar mitten in den Veranstaltungsraum rein fahren, Sachen einpacken und abfahren. So machen Transporte Spaß.

Falls ihr übrigens eine Saarbrücker Initiative oder Verein seid: Die Landeshauptstadt nennt seit einigen Monaten ein Lastenfahrrad ihr eigenen, welches sie anlässlich der Preisverleihung zur "Hauptstadt des Fairen Handels" erhalten hat. Als Initiative oder Verein könnt ihr dieses Lastenrad kostenlos ausleihen, was nicht nur ein toller Service der Landeshauptstadt ist, sondern auch irgendwie ein kluger Schachzug, da man schon mal Blut lecken kann und mehr will, wenn man mal die Vorzüge eines Lastenrades im Einsatz ausprobiert hat :) So bringt man die Leute auf den Geschmack der alternativen Mobilität. Für Reservierungsanfragen und weitere Infos könnt ihr euch an Diana Rode (diana.rode at saarbruecken.de, 0681-905 4083) oder Diego Núñez (diego.nunez at saarbruecken.de - erst wieder ab Juli erreichbar) wenden.

Vielleicht begegnen wir uns ja bald mal auf dem Lastenrad?

VG, Harald von Weltveränderer e.V.

www.weltveraenderer.eu
www.radelkollektiv.de

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Unter dem parkenden Auto, da liegt das Radwegzeichen...

Ecrit le 09.06.2018 de Harald Kreutzer
Equipe: BAUT ENDLICH GUTE RADWEGE FÜR ALLE!
Commune: Saarbrücken im Regionalverband Saarbrücken

Es ist kein Geheimnis, dass bestimmte Radwege in Saarbrücken gerne mal zugeparkt sind, speziell ab bestimmten Uhrzeiten. Kein Geheimnis ist ebenfalls, dass sich daran irgendwie wenig bis gar nichts ändert - oder habt ihr schon mal ein Knöllchen an einem Wagen gesehen, der auf einem Radweg parkt, z.B. in der Betzenstraße oder in der Bleichstraße. Ich nicht. Ihr vielleicht?

Aah, die Bleichstraße in Saarbrücken! Wirklich jedem ist bekannt, dass diese Straße manchmal auch tagsüber, aber speziell am Wochenende einfach nur ein Parkstreifen und kein Radweg mehr ist. Am 19. September 2014, da war allerdings was los in der Bleichstraße! Die Medien titelten mit "Saarbrücken schleppt Falschparker künftig selbst ab" und "Hier erwischt es das 1. Auto". Was war passiert? Die Stadt hatte anscheinend neuerdings die Befugnis, dass nicht nur die Polizei, sondern nun auch die Stadtverwaltung abschleppen lassen kann, wenn z.B. Radwege blockiert sind.

Das war vor knapp vier Jahren und ich frage mich, wie oft die Landeshauptstadt in dieser Zeit eigentlich von dieser neuen Kompetenz Gebrauch gemacht hat, um Radwege von parkenden Autos zu befreien?

Das heute in der Bleichstraße aufgenommene Foto zeigt, dass der Radweg wie so häufig in voller Länge zugeparkt ist. Vor dem Abschleppwagen scheint sich hier niemand zu sorgen. Der VCD (Verkehrsclub Deutschland) hat vor wenigen Tagen die Aktion "Gelbe Karte für Autos auf Rad- und Gehwegen!" gestartet. Eine sehr schöne Aktion und das Radelkollektiv hat es zum Anlass genommen, um 10 Stück der VCD-Karten an den parkenden Autos zu befestigen. Vielleicht bringt es die eine oder andere parkende Person dort zum Nachdenken? Vielleicht kann man aber auch nachvollziehen, wenn Leute von ausserhalb von Saarbrücken sich dort hinstellen, da der Streifen tatsächlich nicht mehr als Radweg zu erkennen ist, wenn die Radwegezeichen unter den parkenden Autos versteckt sind? So geschehen mit einem Paar aus München, welche fast schon ihr Auto dort geparkt hatten und dann nach einem freundlichen Hinweis von uns antwortete, dass es nicht als Radweg erkennbar sein. Da hatten sie tatsächlich recht. Unter dem parkenden Auto liegt das Radwegzeichen....

Was nun tun? Weiter fleissig gelbe Karten verteilen oder ist es nicht eigentlich die Aufgabe der Stadt, dass an wirklich offensichtlichen Stellen mal stärker kontrolliert und auch regelmäßig abgeschleppt wird? Ich meine, dass es eben nicht die Aufgabe von Bürgerinnen und Bürgern sein kann, dass sie die Aufgaben des Ordnungsamtes übernehmen, wenn so offensichtlich und wiederkehrend Radwege zugeparkt werden. Braucht es vielleicht wieder eine konzertierte Abschleppaktion, wie damals am 19. September 2014, welche dann nicht erst wieder 2022 in vier weiteren Jahren durchgeführt wird?

Was meint ihr dazu?

VG, Harald von Weltveränderer e.V.

PS: Wir wollten noch darüber schreiben, wie praktisch man mit dem Lastenrad einkaufen kann. Der Beitrag kommt noch!

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Ähm, irgendwas passt da nicht so richtig rein...

Ecrit le 03.06.2018 de Harald Kreutzer
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Commune: Saarbrücken im Regionalverband Saarbrücken

Intermodales Verkehrsverhalten. Ein sehr schwieriges Wort.

Es bedeutet glaube ich, dass man zwischen Verkehrsträgern gut wechseln kann. Also z.B. den Weg zu Fuß startet, auf das Rad steigt, den Zug nimmt und dann vielleicht noch mal mit dem Rad weiter fährt. Das klappt manchmal mehr und manchmal weniger gut. Im Saarland hat es ja in den letzten Wochen eine Diskussion gegeben, ob man das Rad auch vor 9 Uhr kostenlos in der Bahn mitnehmen kann. Bislang muss man vor 9 unter der Woche 5,50 € für das Fahrrad im Nahverkehr extra bezahlen. Wenn allerdings besonders viele Menschen mit dem Zug unterwegs sind, dann bleibt man im schlechtesten Fall auch schon mal vor der Türe, weil in den Zug einfach kein Rad mehr rein passt.

Was hat das Thema Bahnfahren und intermodales Verkehrsverhalten mit dem Lastenrad zu tun? Wenn ich es richtig sehe, dann hat es leider gar nichts damit zu tun! Man bekommt das Lastenrad nämlich gar nicht auf den Bahnsteig, wenn dieser nicht zufälligerweise gerade ebenerdig ist (Beweisbild siehe unten).

Jede/r FahrerIn eines Pedelecs kann ein Liedchen davon singen, wenn am Bahnhof die Aufzüge ausgefallen sind und man dann mindestens 25 Kilogramm plus eventuelle Taschen die Bahnhofstreppen hoch und runter wuchten muss. Mit einem Pedelec geht dies für die meisten Menschen noch, auch wenn es einem schon mal den Schweiss auf die Stirn treiben kann (ein Gefühl, welches Pedelecler ja gerade vermeiden wollen, deshalb fahren sie ja Pedelec ;). Mit dem Lastenrad ist es fast ausgeschlossen, wenn diese teilweise um die 60 KG wiegen. Da muss man schon ziemlich gut trainiert sein, um die Aufgabe zu bewältigen.

Liebe Planerin, lieber Planer von Städten und Gemeinden! Vergesst bitte die Menschen auf Lastenrädern nicht, wenn es um die Gestaltung von Städten, aber auch um unser zukünftiges klima- und menschfreundliches Mobilitätsverhalten geht! Vielleicht klingt es in euren Ohren vermessen, dass man jetzt um Gottes Willen auch noch die Interessen von LastenradfahrerInnen mitbedenken soll, aber wie kommen wir ansonsten zu einem Zukunftsverkehr, der nicht darauf ausgerichtet ist, dass jeder zurückgelegte Meter oder jedes Kilo Ware (dazu gehören auch übrigens die Wochenendeinkäufe) mit dem Verbrennungsmotor transportiert wird?
Dazu gehört übrigens auch, dass man das Lastenrad sicher abstellen kann. In Saarbrücken gibt es einige Fahrradboxen am Bahnhof und teilweise wird auch diskutiert, dass man diese in Wohnvierteln aufstellt. Ein guter Gedanke, aber leider sind diese Fahrradboxen auch wiederum nicht für Lastenräder ausgelegt. Sie sind dafür einfach zu klein und niemand stellt gerne über Nacht ein teures Lastenrad auf die Straße, welches in der Anschaffung schon mal den Preis eines günstigens gebrauchten Neuwagens haben kann (in der elektrischen Version). Es kann nicht die Lösung sein, dass man sein Auto abschafft und sich dann doch eine Garage mieten muss, um ein Lastenrad sicher im Wohnviertel unterzustellen.

Das war es für heute! Die nächsten Tage schreibe ich etwas dazu, wie toll man mit dem Lastenrad seine Einkäufe erledigen oder mal gschwind etwas von A nach B transportieren kann. Ganz ohne nervige Parkplatzsuche.

VG, Harald von Weltveränderer e.V.



PS: Falls zufälligerweise jemand hier vom saarländischen Wirtschaftsministerium (es ist saarlandweit zuständig für das Thema Verkehr, wenn es nicht in die Zuständigkeit der Städte und Gemeinden fällt) mit liest: Für die Infos zum Thema Rad in der Bahn mussten wir schon ein bisschen suchen. Die Landeshauptstadt Saarbrücken verfügt seit ein paar Wochen über eine Übersichtsseite "Radfahren in Saarbrücken", welche gar nicht so übel ist: www.saarbruecken.de/radfahren
Wäre dies vielleicht eine Anregung für eure Webseite, wenn es um solche Servicethemen wie 2 Sätze weiter oben geht?
PSS: Für alle PedlecfahrerInnen, welche sich wegen der oben geschriebenen Zeilen diffamiert fühlen, weil ein Vorwurf der Unsportlichkeit in den Zeilen mitschwingt. Der Autor dieser Zeilen fährt selbst gerne und viele im Sommer wie Winter mit dem Pedelec rum ;)

www.weltveraenderer.eu
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Schau mal, der Mann fährt mit einem Kühlschrank rum!

Ecrit le 01.06.2018 de Harald Kreutzer
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Commune: Saarbrücken im Regionalverband Saarbrücken

Hi,

ich bin Harald vom Verein Weltveränderer e.V. und radele dieses Jahr als "Stadtradel-Star" für das Team Radelkollektiv hier beim Stadtradeln.

Auf der Straße ernte ich im Moment interessierte bis fragende Blicke, wenn ich mit dem Lastenfahrrad in der Stadt unterwegs bin. Die witzigsten Momente sind eigentlich, wenn kleinere Kinder fragen, was das für ein Fahrrad ist und warum der Mann da mit einem Kühlschrank rum fährt oder ob dort Eis/ Pizza oder wahlweise auch Müll in dem Kasten sei :)

Tatsächlich hat die Sache aber auch einen ernsten Hintergrund. Ich möchte gerne während des Stadtradelns, aber auch darüber hinaus veranschaulichen, dass es für Saarbrücken Alternativen gibt zum motorisierten Individualverkehr, um sich fortzubewegen, Waren zu transportieren oder auch mal eine Party zu organisieren. Auf dem Rad. Zu Fuss oder auch mit dem Bus oder Zug.

Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber ich muss ehrlich gesagt immer darüber schmunzeln, wenn RadfahrerInnen entgegengehalten wird, dass sie Platz im öffentlichen Raum wegnehmen, wenn Infrastruktur für uns gebaut wird. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass der Platzbedarf für eine Person im PKW (und leider fahren viele PKWs in Saarbrücken nur mit einer Person drin rum) ungefähr 6x so viel ist, wie für eine Person auf dem Rad, dann finde ich diese Aussage irgendwie....naja, sagen wir unverhältnismäßig? Was denkt ihr darüber?

Bis zum Ende des Stadtradelns erhaltet ihr hier hoffentlich die eine oder anderes Inspiration, wie man den Alltag mit Unterstützung des Lastenrads anders organisieren kann. Falls ihr mich im Verkehr seht, dürft ihr mich natürlich auch gerne ansprechen, wenn ihr weiter Infos braucht.

Wir sehen uns auf dem Rad!

Harald


PS: Falls ihr übrigens noch ein Team beim Stadtradeln sucht. Über den Link da unten könnt ihr euch für das Team Radelkollektiv eintragen. Wir wollen holländische Verhältnisse für den saarländischen Radverkehr. Wenn ihr das gut findet, dann kommt einfach dazu!

https://www.stadtradeln.de/index.php?&id=171&team_preselect=348529

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