STADTRADELN-Star Blog: Claudia Basener


Kilometer 337 bis 353 oder "Nach dem Stadtradeln ist vor dem Radfahren"

Image Ecrit le 04.10.2020 de Claudia Basener
Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Drei Wochen Stadtradeln sind gestern zu Ende gegangen, nun ist es Zeit für ein Resümee und eine Antwort auf die Frage: "Was hat das Stadtradeln mir gebracht?"

Mein Auto steht seit über drei Wochen unbewegt vor meiner Haustüre. Ich schätze, ein paar der Nachbarn denken, ich hätte meinen Führerschein verloren. Aber selbst diejenigen, die von Anfang an Bescheid wussten, reagierten oft überrascht, dass ich das Ganze wirklich durchziehe: "Fahr doch einfach", "Wer soll denn das mitbekommen" oder "Du musst das doch nicht so ernst nehmen" ... Nein, ich musste gar nichts. Ich wollte. Ich wollte mein Mobilitätsverhalten hinterfragen, mich überwinden, mich ausprobieren. Ich bin meiner Stadt daher dankbar, dass sie mich zum Stadtradelstar auserkoren hat. Denn diese Aufgabe hat bei mir einen positiven Druck erzeugt, auch wirklich über drei Wochen durchzuhalten.

Ich war von Anfang an nicht der perfekte Stadtradelstar, der jeden Tag ganz selbstverständlich seine 40 Kilometer radelt. Ich kämpfe mit Bequemlichkeit, ich jammer' über Berge und schimpfe mit dem Gegenwind. Und das werde ich auch nach wie vor tun - hoffentlich noch häufiger! Denn ich habe mir vorgenommen, den Schwung, den das Stadtradeln in mein Radfahrerleben gebracht hat, mitzunehmen.

Strecken innerhalb von Neukirchen-Vluyn und nach Moers können mir nichts mehr, nachdem ich zwei Mal nach Alpen und ein Mal nach Krefeld radelte. Meine persönliche 10-Kilometer-Grenze konnte ich allerdings nicht nachhaltig verschieben. Meine Alltagsstrecken sind zu kurz, dass ich mich an längere Strecken gewöhnen könnte. Und ich möchte einfach nicht vollkommen zerstört bei wichtigen Terminen ankommen. Mit dem Rad nach Vluyn und dann weiter mit dem Bus zum Büro in Krefeld zu fahren, könnte allerdings eine gute Alternative zum Auto darstellen.

Was mich nach wie vor nerven wird, ist, dass ich mein Fahrrad immer aus dem Keller hoch- und später wieder runtertragen muss. Ernsthaft, das war in der Vergangenheit ein Grund, warum ich lieber schnell ins Auto sprang. Nach drei Wochen täglichen Tragens fühlt es sich jetzt aber zumindest ein bisschen selbstverständlicher an. Außerdem habe ich meine Tragefähigkeiten deutlich verbessert, so dass mein Fahrrad unten nicht mehr die Wand knutscht.

Es hat mir übrigens auch viel Spaß bereitet, diesen Blog für euch zu schreiben. Ich habe zwar keine Ahnung, wie viele Leute sich hier regelmäßig eingefunden haben, aber ich hoffe, ihr hattet Spaß in meiner kleinen, coronafreien Stadtradelwelt. Es war nicht immer ganz leicht, so ins Blaue hinein zu schreiben, aber immerhin weiß ich von vier treuen Leser*innen: Mark, Papa, Caro und Kathi - lieben Dank fürs Lesen und Zitieren ;-)

Danke auch an alle Stadtradler für eure Kilometer. Ich bin sehr gespannt aufs Endergebnis und welche anderen Kommunen wir abhängen konnten. Das Nachtragen der Kilometer ist ja noch bis zum 7. Oktober möglich, dann steht's fest.

Was jetzt schon feststeht ist: Die wichtigsten Kilometer kommen erst nach dem Stadtradeln. Die Kilometer, die wir ohne Aktionsdruck und nur für uns und fürs Klima radeln - über Berge und gegen Gegenwind. Gute Radfahrt!

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Kilometer 323 bis 337 oder "Park my bike, ride the bus"

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Gestern war "Park and Ride" angesagt - natürlich in der Stadtradel-Edition. Mit dem Rad ging's früh morgens nach Vluyn zum Zahnarzt, im Anschluss fuhr ich mit dem Bus weiter nach Krefeld (Bild 1). Ich habe zwar nur ungern auf die erradelten Kilometer verzichtet, aber der Zeitplan war so eng, dass diese Strecke nur mit großen Verlusten mit dem Fahrrad hätte zurückgelegt werden können. Neben wichtigen Minuten hätte ich vermutlich eine Menge Schweiß und meinen Spaß an der Sache verloren. Und die Frisur! Machen wir es kurz: Ich wollte nicht vollkommen zerstört in meinem Büro in Krefeld ankommen.

Daher fuhr ich nach langer Zeit mal wieder Bus. Ich weiß gar nicht, warum ich so selten Bus fahre, denn ich mache das ziemlich gerne: Ich höre Musik, gucke aus dem Fenster, hänge meinen Gedanken nach - eine Kombination, die im Auto äußerst unpraktikabel wäre. Außerdem genieße ich es auch, wenn ich mich mal nicht selbst mit dem Straßenverkehr auseinandersetzen muss. Und die Busfahrer der 076 haben da meinen vollen Respekt. Durch was für busunfreundliche Straßen da manövriert werden muss - ehrlich, ich hätte schon auf der Sittermannstraße keinen Bock mehr gehabt und den Bus samt Fahrgästen einfach stehen lassen. Wir haben alle Glück, dass ich mich für einen anderen Job entschieden habe...

Nach Krefeld würde ich in Zukunft auf jeden Fall gerne öfters mit dem Bus fahren. Allerdings ist der Fahrplan nicht so ergiebig (Bild 2). Das merke ich besonders auf dem Rückweg. Da ich mittags wieder zurück in Vluyn sein muss, muss ich um viertel vor eins überstürzt das Büro verlassen, denn ein (vielleicht etwas später, aber gerade noch rechtzeitiger) Blick in die VRR-App verrät mir, dass die nächsten direkten Verbindungen um 13.01 Uhr und um 15.16 Uhr fahren. Letztere würde mich wieder in Zeitnot bringen, also renne ich los. Ob es unbedingt "direkt" sein muss? Nein, aber ja. Natürlich könnte ich irgendetwas mit Umsteigen wählen. Ich lasse mich jedoch ungern beim "Aus-dem-Fenster-gucken" stören. Ich komme also viel zu pünktlich, aber tiefenentspannt in Vluyn an. Dort geht's wieder aufs Rad Richtung Neukirchen.

Heute bin ich unfreiwillig das Doppelte an Kilometern gefahren. Das liegt daran, dass ich vor Edeka feststellen musste, dass ich meine Maske zu Hause vergessen habe. Ist mir bisher noch nie passiert, aber so kann ich immerhin die heutige Kilometerzahl von erbärmlichen 2 auf sagenhafte 4 steigern. Ihr wisst schon: Jeder Kilometer zählt und so...

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Kilometer 311 bis 323 oder "Regen"

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Heute musste ich das erste Mal während des Stadtradelns im Regen aufs Rad. Es regnete nicht stark, aber stetig - und wie immer wählte ich die falsche Bekleidung. Statt meines Regencapes warf ich nur meine Regenjacke über, das sollte schließlich für die 6 Kilometer reichen. Achtung, Spoiler: Das tat es natürlich nicht.

So stehe ich also beim Pressegespräch etwas durchweicht und mit formvollendeter Helmfrisur im Bethanien Krankenhaus in Moers. Dort wurden heute Spendengelder aus der Aktion "GiroCents" an die drei Krankenhäuser im Geschäftsgebiet der Sparkasse am Niederrhein übergeben. Dass ich mit dem Rad war, machte sogleich die Runde. Einige nickten anerkennend, andere fragten sich einfach nur "Warum?" Als ich vom Stadtradeln erzählte und mich in diesem Zusammenhang als Stadtradelstar der Stadt Neukirchen-Vluyn vorstellte, erntete ich gar einen irritierten Blick: "Sie bezeichnet sich also selbst als Star...was stimmt nicht mit ihr..." Ja, wenn man selbst so tief in die Stadtradelwelt eingetaucht ist, vergisst man manchmal, dass andere Leute gar keine Ahnung haben, worum's eigentlich geht. Ich erkläre daher noch kurz, dass ich mich nicht in einem Anfall von Größenwahn selbst zum Star gekrönt habe, dann geht's ans Pressefoto (Bild 2).

Positiv erwähnen möchte ich noch, dass das Bethanien Krankenhaus über überdachte Fahrradstellplätze verfügt (Bild 1). Das finden ich und mein trockener Hintern super. So super, dass ich auch für den Rückweg wieder nicht an mein Cape denke, das ich doch extra noch eingepackt habe. Naja. Egal. In sechs Kilometern bin ich ja wieder im Homeoffice. Da ziehe ich eh sofort 'ne Trainingshose an.

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Kilometer 271 bis 311 oder "Immer wieder sonntags"

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Wahllokal und Bönninghardt - das waren meine Ziele am gestrigen Sonntag. Was, das kommt euch bekannt vor? Kompliment, ihr seid so aufmerksam! Tatsächlich hatte ich vor zwei Wochen, am ersten Tag des Stadtradelns, dieselben Zielen. Aber - und ihr wisst natürlich auch das - der Weg ist das Ziel. Und ich wählte einen anderen. Einen einsamen.

Nachdem ich die nicht neu zu erfindenden 800 Meter zum Wahllokal hinter mich gebracht habe, geht's wieder zu einem Fußballspiel beim BSV Bönninghardt. Dieses Mal fahre ich die knapp 40 Kilometer aber alleine. Es ist also weniger eine Radtour, sondern eher ein "Ich-muss-diese-Distanz-und-mich-selbst-überwinden". Deshalb entscheide ich mich auch für den direkten Weg - ohne Abstecher.

Es ist weniger sonnig, dafür um einiges kälter als noch vor zwei Wochen. Allerdings nicht so kalt, wie ich mich angezogen habe. Ich schwitze schon, als ich die Dong Richtung Kamp-Lintfort verlasse und den Anstieg über die B528 (Bild 2) meistere. Merke: Die Kombination Unterhemd, Sportpulli und Regenjacke ist schei... äh... ungeeignet. Aber jetzt muss ich durchziehen. Und bloß nicht die Jacke aufmachen. Schwitzen + offene Jacke + Fahrtwind = "Du wirst dir den Tod holen". Manche Dinge bleiben ewig hängen...

Ich fahre also lebendig, aber verschwitzt durch Kamp-Lintfort. Hier lässt es sich gut fahren. Heute ist nämlich nichts los. Kaum ein Auto, kaum ein Fußgänger und überhaupt kein Radfahrer. Bis zur Saalhoffer Straße/Ecke 510 komme ich gut voran und bin guter Dinge. Doch nun folgen 10 Kilometer, auf denen es nur geradeaus geht (Bild 3). Das sind Strecken, die mich quälen. Aber ich weiß ja, dass ich diese Strecke gut schaffen kann. Und ich habe aus den Fehlern vom letzten Mal gelernt. Es geht heute nicht zum Flugplatz (Bild 4) oder in die Leucht (Bild 5), solche Kilometereskapaden will ich mir nicht mehr leisten. Ich fahre lieber eine drei Kilometer andauernde Steigung die Xantener Straße hoch, schwitze wieder und finde: Ein E-Bike wäre jetzt super. Da aber gerade keins da ist, muss ich wohl mit meinem 15 Jahre alten Fahrrad und seinem 3. Gang vorlieb nehmen. Warum 3. Grad? Weil ich bei den anderen beiden Gänge das Gefühl habe, Luftlöcher zu treten und nicht von der Stelle zu kommen.

Als ich endlich über die A57 fahre, weiß ich, dass ich das schlimmste Stück geschafft habe. Ich möchte ein schönes Erinnerungsbild von mir und der Autobahn schießen, die ich heute wieder nicht brauchte - und bekomme ein Bild, dass die Menschheit nicht braucht (Bild 6). Drei Kilometer später bin ich schließlich am Fußballplatz des BSV Bönninghardt (Bild 7) und sehe, wie die Mannschaft meines Freundes 2:3 verliert. Meine Glücksbringerfähigkeiten sind also nach wie vor ausbaufähig. Ebenso wie die Kondition der Rot-Weißen. Und die Abseitskenntnisse des Schiedsrichters.

Das Highlight des Tages erlebe ich tatsächlich auf dem Rückweg. Die 3 Kilometer-Steigung ist nun - logisch - ein 3-Kilometer-Gefälle. Herrlich. Ich komme richtig in Fahrt, ohne mich groß anstrengen zu müssen, und kann das geschenkte Tempo gut hochhalten. Erst in Saalhoff werde ich ausgebremst. Warum? Darum: Bild 8! Da ich nun eh schon aus dem Rhythmus bin, geht's gemütlicher weiter und ich hänge ein bisschen mit Kumpel Fritz am Vorplatz des Kamp-Lintforter Rathauses rum (Bild 9). Dann geht's auf direktem Weg, durch die Altsiedlung und die Dong, zurück nach Neukirchen.

Ich weiß nicht, ob man sich an solche Strecken gewöhnen kann. Rund 19 Kilometer (eine Strecke) sind für mich schon ein richtiges Brett. Wer auch nur annähernd solche Distanzen im Alltag mit dem Rad zurückzulegen hat, hat meinen größten Respekt. Und so gut das Radverkehrsnetz mittlerweile auch erschlossen ist: Außerhalb vom besten Radfahrwetter sind einige Stellen einfach zu menschenleer, das musste ich gestern feststellen. An der Hauptstraße finde ich es noch okay, aber so alleine durch die Dong zu fahren, ist auch schon im Hellen ein seltsames Gefühl.

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Kilometer 264 bis 271 oder "Jeder Kilometer zählt"

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Ich bin heute zwei Kilometer gefahren. Und das ist gut so! Wie ich darauf komme, diese kaum Leistung fordernde Leistung zu feiern? Weil ich immer noch bei 100% Stadtradeln bin.

Ich hatte gestern ein Gespräch mit einem Teammitglied der strammen Waden. Es ging um hohe Kilometerzahlen von anderen. Wie solle man denn da mithalten, wenn man nicht so viele Kilometer zu fahren hat? Dieses Teammitglied war schon Stadtradler als es Stadtradeln noch gar nicht gab. Die Hauptstrecke ist der Weg zur Arbeit. Und dieser beträgt "nur" 4 Kilometer. Guckt man sich jetzt den Kilometerstand an, ist da bisher noch nicht sooo viel zusammengekommen. Aber: Die Kilometerzahl ist letztendlich auch nur eine Zahl. Da geht es nicht ums Mithalten. Es geht um die Strecken, die wir im Alltag vor uns haben. Und wenn ich das Glück habe, vor meiner Haustüre arbeiten zu können, dann ist das ein großes Glück. Wichtig ist doch nur, dass wir so oft wie möglich das Auto stehenlassen. Und 100% Stadtradeln bei 8 Kilometern am Tag brauchen keinen Vergleich zu scheuen.

Einzig der Stadtradelstar sollte ein bisschen auf seine Kilometerzahl schauen. Aber bis jetzt schaut's ganz gut aus.

PS: Ich werde gerade dran erinnert, dass ich ja heute doch schon mehr geradelt bin. Aber das war in der Nacht - und "heute" ist erst nach dem Aufstehen.

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Kilometer 244 bis 264 oder "#keingradweiter #gegengegenwind"

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Ich komme gerade vom Globalen Klimastreik in Vluyn (Bild 1). Gut, dass unsere Neukirchen-Vluyner Fridays for Future-Gruppe so engagiert ist, solche Demos hier vor Ort organisiert und nicht aufhört, lautstark auf Missstände aufmerksam zu machen. Denn das ist bitter nötig, weil #keingradweiter! Nach der Kundgebung am Vluyner Platz ging's durch Vluyn (Bild 2). Ich habe mein Rad zwar geschoben, aber die Stadtradelapp lief weiter. Hups! Wer meint, das wäre geschummelt und ich sollte die drei Kilometer schleunigst raussubtrahieren, kann gerne eine wütende Protest-E-Mail an ismiregal at jucktmichnicht.de schicken. Ich protestiere derweil lieber für sinnvolle Dinge...

Oder ich posiere. So wie gestern. Da stand ein Fotoshooting im Dorfgarten Dorf Neukirchen an. Anlass war unser Halbzeitergebnis beim Stadtradeln. Auf dem Bild präsentiere ich stolz die nach zehn Tagen erradelte Kilometerzahl von Neukirchen-Vluyn. Ihr radelt definitiv besser, als ich posiere. Stephan Baur, Klimaschutzbeauftragter unserer Stadt, hat Mühe ein gescheites Bild von mir zu knipsen, denn ich bin anscheinend zu blöd, in die Kamera zu schauen. Und dann soll ich auch noch gleichzeitig einen Zettel hochhalten, während der Wind in fiesen Böen durch den Dorfgarten pfeift. Ist das hier 'ne Challenge bei Germany's Next Topmodel? Ich habe wirklich Glück, dass ich ein Bild bekomme. Aber in der nächsten Runde muss ich mich mehr anstrengen. Dort erwartet mich laut Wetterbericht allerdings noch mehr Gegenwind. Ich hasse Gegenwind. Noch mehr als ich den Berg hasse. Ich rufe daher die Kampagne #gegengegenwind ins Leben, vielleicht dreht sich dann ja was...

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Kilometer 234 bis 244 oder "Halbzeit"

Image Ecrit le 23.09.2020 de Claudia Basener
Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Die Hälfte des Stadtradelns ist um. Wo stehen wir? Was machen die anderen Kommunen im Kreis Wesel? Ich habe mal recherchiert. Vielleicht gibt's ja ein Fleißsternchen für den Stadtradelstar.

Die meisten aktiven Teilnehmenden relativ zur Einwohnerzahl:
1. Sonsbeck (Einwohner: 8.673, Radelnde: 330)
2. Schermbeck (13.602, 278)
3. Neukirchen-Vluyn (27.187, 483)
4. Hamminkeln (26.858, 471)
5. Xanten (21.607, 367)
6. Wesel (60.230, 1010)
7. Hünxe (13.598, 200)
8. Voerde (36.017, 471)
9. Rheinberg (30.854, 399)
10. Alpen (12.479, 106)
11. Moers (103.902, 882)
12. Kamp-Lintfort (37.596, 239)
13. Dinslaken (67.373, 348)

Die meisten aktiven Teilnehmenden absolut:
1. Wesel (1010)
2. Moers (882)
3. Neukirchen-Vluyn (483)
4. Voerde und Hamminkeln (471)
5. Rheinberg (399)
6. Xanten (367)
7. Dinslaken (348)
8. Sonsbeck (330)
9. Schermbeck (278)
10. Kamp-Lintfort (239)
11.Hünxe (200)
12. Alpen (106)

Die meisten Kilometer
1. Wesel (93.008)
2. Moers (75.936)
3. Hamminkeln (61.911)
4. Voerde (55.093)
5. Rheinberg (51.012)
6. Dinslaken (43.559)
7. Neukirchen-Vluyn (42.750)
8. Xanten (31.809)
9. Kamp-Lintfort (25.046)
10. Sonsbeck (19.175)
11.Schermbeck (17.695)
12. Hünxe (17.193)
13. Alpen (14.404)

(Stand, 23.9., 21.30 Uhr)

Kilometer pro Einwohner dürft ihr natürlich gerne selbst ausrechnen. Oder ihr lasst das Rechnen und radelt einfach weiter.

PS: Ich bin heute natürlich auch mit dem Rad unterwegs gewesen. Aber wollt ihr echt wieder lesen, wie ich den blöden, bösen Berg nach Moers hochgeradelt bin. Nicht wirklich, oder? Und von meinem Zuhause einen Kilometer nach Rossmann zu fahren, ist jetzt auch nicht soooo spannend. Immerhin habe ich im Dorf ein neues Teammitglied rekrutieren können. Vielleicht können wir ja alle noch ein paar mehr Leute auftreiben...

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Kilometer 214 bis 234 oder "Nicht der Rede wert, aber gut"

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Ich habe heute nichts Erwähnenswertes auf den Straßen erlebt. Warum ich das erwähne? Weil es etwas Gutes ist! Zweimal von Neukirchen nach Vluyn und zurück hat auch schon an und für sich wenig Geschichtenpotenzial. Außerdem kenne ich die Strecke so gut, dass ich weiß, wie ich sie zu befahren habe. Auf dem Rückweg auf der Niederrheinallee bin ich an Ausfahrten zum Beispiel besonders aufmerksam, da einige Autofahrer von rechts kommende Radfahrer nicht auf dem Schirm haben. Klar, ich könnte auch einfach immer auf mein Recht bestehen und die Strecke durchbrettern. Aber dann müsste ich mich ja wieder darüber aufregen, dass ich fast umgefahren werde. Oder umgefahren wurde. Ich habe Besseres zu tun.

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Kilometer 188 bis 214 oder "Glücklich"

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Weil's Wetter so schön war, bin ich heute Mittag doch nochmal aufs Rad und einfach drauf losgefahren. Gelandet bin ich am Samannshof (Bild 1 bis 4), bei Bloemersheim (Bild 5 und 6) und an dem See in der Dong (Bild 7 bis 10, hat er einen Namen?). Gucke ich mir meine Route in der Stadtradel-App an, sieht es so aus, als hätte ich mich ständig verfahren. Hab ich mich aber gar nicht - ich bin einfach da lang, wo es sich gut anfühlt. Mit der Sonne, ohne Gegenwind, in der Natur. Herrlich!

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Kilometer 166 bis 188 oder "Runter von der Straße!"

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Caro war die Erste, die mein Stadtradelstar-Dasein gefeiert hat und den strammen Waden beigetreten ist. Am Sonntagvormittag ist sie die Erste, die beinahe umgefahren wird. Es passiert an der Krefelder Straße, dort wo der Radverkehr vom Bürgersteig auf die Fahrbahn gelenkt wird. Dank Schulterblick erkennt Caro, dass die Autofahrerin die Situation wohl nicht erkennt und kann gerade noch reagieren, als das Auto ganz dicht an ihr vorbeifährt. Die Geschwindigkeit lässt erahnen, dass der Fahrerin aber ohnehin die gesamte Straßenverkehrsordnung ziemlich egal ist.

Drei Kilometer später treffen wir auf das nächste Exemplar dieser Art. Wir befinden uns jetzt in Kapellen, auf der Bendmannstraße. Der Bürgersteig ist für Fahrradfahrer frei gegeben, leider ist er an manchen Stellen viel zu schmal. Kaum weichen wir auf die Straße aus, dauert es nicht lange bis ein Mercedesfahrer uns erklären will, dass wir hier auf dem Bürgersteig fahren müssen. Korrigiert mich, aber ein "Radfahrer frei" an dieser Stelle bedeutet doch nicht, dass ich nicht auf der Straße fahren darf, oder?  Leider bekomme ich keine Chance das Thema näher mit dem Mann zu erörtern, da er in der 30er-Zone mit 50 weiterfährt. Und das Ganze wird noch absurder: Der viel zu schnelle und schlecht ausgebildete Möchtegern-Dorfsheriff kommt zu spät in die nächste Engstelle und weicht dem Gegenverkehr aus, indem er über den Bürgersteig brettert. Was geht da im Kopf ab? Geht da was im Kopf ab? Ich bin ein bisschen sprachlos und lasse mich zu einer Geste hinreißen. Da kann man sich ja auch wohl nur an den Kopf... ähm...fassen...

Unser Ziel haben wir schließlich nach insgesamt 6 Kilometern erreicht: der Fußballplatz vom TV Kapellen (Bild 2 + 3). Hier spielen ein paar Freundinnen von uns - und kassieren leider eine unnötige 1:2 Niederlage. Immerhin ist Natali auch mit dem Rad gefahren. Also wieder rund 12 Kilometer mehr für die strammen Waden und Neukirchen-Vluyn.

Der Rückweg kommt ohne weitere Zwischenfälle aus. Einen kurzen Stopp legen wir an der Krefelder Straße ein, um die Stelle zu dokumentieren, an der Caro fast über den Haufen gefahren wurde. Fürs gestellte Bild verzichten wir jedoch auf Autos - nur der Schulterblick, der muss natürlich sein! (Bild 4)

Diese Woche habe ich Urlaub. Den starte ich damit, heute morgen um 8 Uhr in Vluyn beim Zahnarzt sein zu müssen. Ich fahre ein bisschen morgenmuffelig los (Bild 5) und kehre sauerstoffdurchflutet mir rosigen Wangen und sauberen Zähnchen zurück. Mal schaun, was die Urlaubswoche noch so an Strecken parat hält.

PS: Ich habe keine Ahnung, warum das erste Bild auf dem Kopf steht.

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Kilometer 145 bis 166 oder "Sieben Tage Stadtradeln"

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Die ersten sieben Stadtradeltage liegen hinter uns. Und ich muss sagen: Die Waden sind ein bisschen strammer geworden. Das habe ich bereits gestern Morgen gemerkt, als ich locker-leicht den Berg an der B60 hochradel (Bild 2). Mein Ziel ist der Fußballplatz vom GSV Moers. Dort spielt die F-Jugend des FC Meerfeld, die Mannschaft meines ehemaligen Trainers Gregor. Das Zuschauen macht Spaß, die Kids spielen einen herrlich ehrlichen Fußball (Bild 3). Da dies hier die Fairplayliga ist, wird das Ergebnis nicht öffentlich gemacht, aber ich habe viele schöne Tore, gute Paraden und starke Balleroberungen gesehen.

Auf dem Rückweg kaufe ich noch bei Marie Brötchen (ha, ich sag doch ich schreib das...!). Und später am Tag geht's schließlich ein weiteres Mal nach Moers.

Insgesamt habe ich nun in einer Woche 166 Kilometer mit dem Rad zurückgelegt, alle Neukirchen-Vluyner Stadtradler zusammen kommen auf über 26.000 Kilometer. Mein Team, die strammen Waden, haben 746 km dazugesteuert. Ich habe aber schon gesehen, dass da noch ein paar Kilometer nachzutragen sind - vergesst nicht: Team-Captain is watching you!

Die meisten Kilometer - rund 2800- hat das Team Pelikan bis jetzt erradelt. Klasse, dass ihr schon 48 aktive Radler an Bord habt.

Sehr beeindruckend ist auch das Team "Good for nature, good for you!". Keine Ahnung, wo die immer hin müssen, aber 6 Radler, die in einer Woche über 1600 Kilometer abreißen... das ist stark und gut für uns alle.

Meinen Fahrradhelm ziehe ich aber vor jedem einzelnen Stadtradelnden. Chapeau! Jeder Radkilometer bringt uns weiter - und das nicht nur beim Stadtradeln.

PS: Kilometerzahlen ohne Gewähr. Sehe gerade, dass meine letzten Kilometer auch noch in der App hängen und nicht ins Kilometerbuch wollen.

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Kilometer 143 bis 145 oder "Der Wocheneinkauf"

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Normalerweise fahre ich einmal die Woche zum Großeinkauf mit dem Auto. Hm...das kann ich besser, ich muss nur besser planen! Einige Dinge (wie z.B. Getränkekästen) habe ich deshalb letzte Woche bereits auf Vorrat geholt. Die anderen Besorgungen teile ich auf zwei Tage auf.

Nachdem ich am Mittwoch den ersten Teil besorgt habe, ist heute der Rest dran. Da ich gerne einkaufen gehe, macht mir das nichts. Ich mag es, dass man in NV immer jemanden trifft, mit dem man quatschen kann. Denn ich quatsche gerne. Einzig das Verstauen meiner Einkäufe bereitet mir ein paar Probleme (Bild 1). Auf dem Rückweg sitze ich daher fast auf der Tiefkühlpizza. Mein Po ist kalt, die Pizza aufgetaut. Aber das bekomme ich das nächste Mal auch noch besser hin.

Memo an mich selbst: Ich brauche 'ne Gepäckträgertasche.

2. Memo an mich selbst: Morgen aber wieder ein paar mehr Kilometer...

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Kilometer 102 bis 143 oder "Ich hasse Gegenwind"

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Werde ich irgendwann gefragt, was ich von meiner Radfahrt nach und von Krefeld in Erinnerung behalten habe, ist es der Gegenwind, an den ich mich erinnern werde. Ernsthaft, Gegenwind ist mein Endgegner. Und gestern hatte ich einen kilometerlangen Kampf zu kämpfen.

Mein Arbeitgeber ist von Moers nach Krefeld umgezogen. Da ich ja zum Großteil im Homeoffice abhänge, habe ich das bis jetzt noch nicht so zu spüren bekommen. Bis zum gestrigen Tage. Genau genommen spüre ich es auch heute noch.

Der Hinweg ging mir recht locker aus den Beinen. Ich fuhr über den Grotfeldsweg nach Kapellen, um die Krefelder Straße zu umgehen. Die mag ich aufgrund der parkenden Autos schon innerstädtisch nicht so gerne, aber das Stück zwischen NV und Kapellen finde ich furchtbar zum Radfahren: 1. Schon wieder ein Berg und 2. Ohne Schutzstreifen fühle ich mich den 100 km/h-schnellen Autos schutzlos ausgeliefert. Die Strecke über den Grotfeldsweg, hinten am Friedhof vorbei und dann über die Felder, hat zwar auch eine fiese Steigung, aber beinahe keinen Autoverkehr. Das ist entspannter.

Fröhlich radel ich also so ohne große Vorkommnisse vor mich hin und irgendwann nach Krefeld-Traar rein. Einmal verpasse ich dort das Linksabbiegen und merke beim Wenden, warum ich bisher so fröhlich radelte: Ich habe richtig guten Rückenwind. Den spüre ich nämlich kurz als Gegenwind. Aber da ich hier den Busenpfad (Bild 1) entdecke und ich humormäßig anscheinend im Grundschulalter stecken geblieben bin, vergesse ich belustigt die Strapazen, die sich für den Rückweg anbahnen.

In Krefeld lässt es sich zunächst übrigens ganz gut radfahren. Ist ja auch eine fahrradfreundliche Stadt, wie ich überall lesen kann. Die Krefelder Innenstadt weiß davon allerdings nichts. Hier kämpft jeder gegen jeden. Und der Radfahrer ist der Feind von allen. Einmal weiche ich einem sehr dicht auffahrenden Bus aus und lande auf dem Bürgersteig. Dort werde ich direkt von einem Passanten angepampt. Sein Recht steht anscheinend über meinem Leben. Aber ich bleibe ruhig. Nur die letzten 250 Meter schiebe ich mein Rad: Als Kind vom Dorf überfordert mich der Großstadtverkehr einfach ;-)

Während meines Aufenthalts in Krefeld hoffe ich, dass der Wind sich drehen würde. Macht er natürlich nicht. Mit meinem alten Fahrrad zu fahren, ist zwar ohnehin immer eine Krafteinheit, aber jetzt kostet es mich richtig Körner. Einige Kilometer lang hasse ich, was ich tue, und zwischendurch möchte ich mich einfach am Wegesrand niederlassen und weinen. Okay, nicht weinen, aber traurig gucken. Absteigen kommt aber nicht in Frage, denn ich will durchziehen. Das gelingt mir bis zur Steigung hinten am Grotfeldsweg (Bild 2 sieht nicht spektakulär aus, hat es aber in sich). Wie bergig kann eigentlich der flache Niederrhein sein?! Danach muss ich erstmal etwas trinken und merke, dass ich ein bisschen schlapp geworden bin. Als ein entgegenkommendes Auto dann noch meint, es müsste nicht hinter dem parkenden Wagen auf seiner Seite stehenbleiben, sondern ganz dicht an mir vorbeifahren, bleibe ich nicht ruhig. Ich schimpfe. Bringt aber nichts, die Autofahrerin fährt unbeeindruckt und viel zu schnell weiter. Auch wenn ich beinahe ihren Außenspiegel hätte streicheln können - ohne den Arm auszustrecken.

In Neukirchen angekommen ist meine Tour jedoch noch nicht ganz geschafft, denn ich bin noch mit meiner Freundin Chrissi zum Essen verabredet. Da sie auch zu den strammen Waden gehört, hole ich sie natürlich mit dem Rad ab und wir fahren nach Vluyn ins Little John's. Was Gutes zu essen und ein Bierchen habe mir heute echt verdient. Meine Meinung.

Ausblick: Heute bin ich nur innerhalb von Neukirchen unterwegs. Ist ja auch schön hier!

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Kilometer 88 bis 102 oder "Ein Stadtradelstar geht fremd"

Image Ecrit le 16.09.2020 de Claudia Basener
Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Heute ist es passiert: Ich saß in einem Auto. Zwar auf dem Rücksitz. Aber in einem Auto. Als Stadtradelstar. Ich schäme mich ein bisschen (Bild 1). Erst wollte ich es nicht verraten, aber dann dachte ich mir: Ist das nicht auch irgendwie Stadtradeln?

Ich erkläre: Mein Freund spielte heute mit seiner neuen Mannschaft, BSV Bönninghardt, im Pokal gegen seinen alten Verein, Rot-Weiß Moers. Anstoß war um 19.30 Uhr. Ich hätte die 19 Kilometer Strecke von Alpen über Ka-Li nach NV also mit dem Rad im Dunkeln zurückfahren müssen und dazu war und bin ich nicht bereit.

Jetzt gab's drei Optionen. 1. Ich fahre nicht. 2. Ich fahre mit meinem Auto. 3. Ich fahre mit einem Auto mit, was ohnehin dort hin fährt. 1. kommt nicht in Frage, weil diese Pokalkonstellation eine Geschichte ist, wie sie nur der Fußball schreiben kann und ich Fußball und gute Geschichten mag. 2. kommt ebenfalls nicht in Frage, weil es noch 3. gibt. Und diese Möglichkeit konnte ich mit meinem Stadtradel-Gewissen vereinbaren. Es gibt einfach Dinge, auf die möchte ich nicht verzichten, und es gibt Wege, die ich nicht mit dem Rad zurücklegen will. Ohne Stadtradeln wäre ich vermutlich alleine mit dem eigenen Auto gefahren, mit Stadtradeln habe ich festgestellt, wie blöd es eigentlich ist, nicht viel häufiger gemeinsame Strecken auch gemeinsam zu fahren. Und wir halten fest: Ich habe weiterhin auf MEIN Auto verzichtet.

Fahrrad gefahren bin ich heute aber auch. Die zwei wichtigsten Erkenntnisse hier: Edeka ist genau einen Kilometer von meinem Zuhause entfernt.  Und in Vluyn gibt's frei lebende Wasserschildkröten (Bild 2).

Morgen liefer' ich wieder richtig ab. Versprochen!

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Kilometer 55 bis 88 oder „Die Bergetappe“

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Gestern und heute fuhr ich von Neukirchen nach Moers. Zweimal Moers bedeutet viermal Berg. In meinem Falle ist das die Autobahnbrücke Heckrathstraße (Bild 1). Ich weiß nicht warum, aber diese Steigung macht mich jedes Mal fertig. Vielleicht auch, weil der Straßenbelag so kaputt ist, dass der Hintern auf dem Sattel tanzt. Dabei bin ich den Berg vor Corona und Homeoffice beinahe täglich mit dem Rad gefahren, um in die Redaktion zu kommen. Und auch jetzt noch erklimme ich ihn sehr regelmäßig. Lernt mein Körper denn nicht hinzu? Was ist denn mit diesem Muskelgedächtnis, von dem immer alle sprechen?

Nachdem es mir gestern recht egal war, in welchem Zustand ich in Moers ankomme, da ich nur zwei kleine Besorgungen zu tätigen hatte, hatte ich heute ein Pressegespräch in der evangelischen Gemeinde Hochstraß – und wollte dort nicht gänzlich verschwitzt erscheinen. Was soll ich sagen. Hat nicht geklappt. Die Sonne, der Berg und mein lernresistenter, erinnerungsschwacher Körper haben sich schon auf dem Gipfel, hoch oben über der A57, gegen mich verschworen. Normalerweise fahre ich deshalb auch nie mit dem Rad direkt vor die Türe meiner beruflichen Termine, sondern steige immer ein paar Meter vorher ab, um kurz den Schweiß von der Stirn zu tupfen und die Frisur zu richten. Heute bin ich meinen Gesprächspartnern allerdings direkt in die Arme gefahren, denn die hatten gerade ein paar Meter vor der Türe das Fotomotiv aufgebaut: Kartons mit 2119 Brillen. Schon seit zehn Jahren sammelt der CVJM Moers-Hochstraß gebrauchte (und nicht mehr benötigte) Brillen für Menschen in Entwicklungsländern. Einmal im Jahr werden die gespendeten Sehhilfen ans Deutsche Blindenhilfswerk übergeben, das sich darum kümmert, dass alles ankommt, wo es bitter nötig ist. Richtig gute Sache! (Bild 2)

Nach dem Termin werde ich von einem der Anwesenden auf meine „schöne gelbe Blume am Fahrradlicht“ angesprochen und erfahre, dass die Moerser Stadtradler so etwas nicht bekommen würden. Tja, wohl für die falsche Stadt unterwegs. Oder wie man auf dem Fußballplatz sagen würde: Neukirchen-Vluyn 1, Moers 0.

Apropo(s): Auf dem Rückweg lerne ich schließlich noch die marodeste Straße kennen, die mir bisher unter die Radräder gekommen ist: die Peter-Zimmer-Straße in Moers. Hier tanzt der Hintern nicht mehr nur - hier wird auf dem Sattel getwerkt. Dann lieber ein viertes Mal den Berg - mit kleiner Pause auf dem Gipfel (Bild 3).

Die restlichen Kilometer kommen übrigens bei meiner abendlichen Tour nach Vluyn zusammen. Dort bin ich jeden Dienstag beim Flying Pilates im Studio „Anja – aktiv und gesund“ am Leineweberplatz (Bild 4). Als ich vor zwei Jahren das erste Mal dort war, hatte ich bewusst etwas gesucht, was ich innerhalb von NV machen kann, damit ich 1. nicht aufs Auto angewiesen bin und 2. ein Unternehmen vor Ort unterstütze. Und weil’s mir so viel Spaß macht, bin ich dort geblieben. Was wir so beim Flying Pilates machen? Wenn ihr fleißig weiterradelt, zeige ich es euch nächste Woche.

Ausblick: Morgen stehe ich vor einer schweren Entscheidung.

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54,6 Kilometer oder "Einmal Bönninghardt und zurück"

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Der erste Stadtradel-Tag ist vollbracht und 54,6 Kilometer mehr stehen nun im km-Buch. Anscheinend ist der Stadtradelstar ein kleiner Stadtradelstreber ;-)

Der Sonntag fängt mit der Fahrt zum Wahllokal (Bild1) und einem Platten an. Aufgepumpt werden muss der Reifen an der Tanke, weil er immer noch keine Luftpumpe für Autoventile besitzt. Ich will erst meckern, ich bin schließlich vorbildlich ausgerüstet. Aber ohne den Umweg zur Tanke würden um 10.17 Uhr wohl statt 1,8 nur 0,8 Kilometer im großen Buch der erradelten Kilometer stehen - also bleiben wir entspannt und erfreuen uns an dem unnötigsten Kilometer, den ich je fahren musste.

Lange kann ich nicht durchschnaufen, denn es geht direkt weiter: zum Kunstrasenplatz am Schulzentrum (Bild 2). Dort spielt um 11 Uhr die erste Frauenmannschaft des FC Neukirchen-Vluyn gegen den SC Rheinkamp. Da der FCNV mein Verein ist, freue ich mich, dass die Mädels hoch verdient mit 7:1 (Tore: Jacqueline Mohr (4) und Antonia Leffers (3)) gewinnen. Was mich ebenfalls erfreut ist, dass ich hier die erste Stadtradelblume in freier Wildbahn entdecke (Bild 3), und ich weitere 4,8 Kilometer meinem km-Buch hinzufügen kann.

Wenn jemand vorher von „Grenzen verschieben“ und „Bequemlichkeit überwinden“ quasselt, muss da natürlich noch viel mehr kommen. Also starte ich um 13 Uhr Richtung Bönninghardt. Dort spielt mein Freund Fußball. Normalerweise ist dies eine der Strecken, die ich immer mit dem Auto fahre, es sind schließlich 19 Kilometer. Aber jetzt muss ich abliefern! Kathi und Anna unterstützen mich zum Glück dabei und wir machen aus dem Ganzen eine kleine Radtour.

Kathi hat die Route mit Komoot geplant. Das ist eine Navigations-App, die im Besonderen für Wanderungen und Fahrradtouren konzipiert ist. Ich habe mir „Bikemap“ aufs Smartphone gezogen, allerdings beschwert sich die App schon nach einem Kilometer, dass ich von der Route abgekommen wäre, und verrät mir nicht, wie ich wieder auf die Route zurückkomme. Kathi darf uns also navigieren und das macht sie gut. Von unserem Treffpunkt aus, dem Knotenpunkt 45 Neukirchen-Vluyn Ost an der Heckrathstraße (Bild 4), geht’s die Niederrheinroute des Radverkehrsnetz NRW entlang, durch die Dong und Kamp-Lintfort.

Nach 35 Minuten haben wir bereits mehr als die Hälfte der Strecke geschafft. Das schreit nach einer Pause. Wir machen daher einen kleinen Abstecher zum Flugplatz in Alspray. Schön dort, nur Flugzeuge sind gerade nicht unterwegs. Dafür ein Golferpärchen, das mitten auf einem abgeernteten Feld seinen Abschlag verbessert…
Da uns dieser kleine Abstecher so viel Freude bereitete und wir so gut in der Zeit liegen, entschließen wir uns, noch eine kleine Runde durch die Leucht zu drehen. Kathis App hat anscheinend allerdings vergessen, dass wir keine Mountainbiker sind. Der Waldboden ist uneben, von der Schönheit des Waldes bekomme ich kaum etwas mit, weil ich sehr konzentriert fahren muss. Einzig zwei Menschen, die mit einem großen Stab eine tote Ratte in die Höhe recken, schaffen es kurz meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen – dann falle ich jedoch fast die Böschung runter und vorbei ist dieser skurrile Moment. Kurz danach müssen wir absteigen, denn es geht mit viel strammer Wadenkraft einen unbefestigten Weg bergauf, der uns zurück in die Zivilisation führt.

Und zurück auf meine Route. Immerhin behauptet mein Handy das. Und es zeigt einen Kilometerrest von 1,5 an. Was sich nach dem beschwerlichen Aufstieg besser anhört, als Kathis 3 Kilometer. Ich übernehme daher das Steuer – und muss erkennen, dass ich von der Technik verarscht wurde: Nach weiteren 6 Kilometern kommen wir 30 Minuten zu spät am Fußballplatz des BSV Bönninghardt (Bild 5) an. Das Tor der Heimmannschaft haben wir verpasst, dafür bekommen wir noch drei Tore des Gegners zu sehen. Schöner Mist! Immerhin gibt’s nach dem Spiel noch ein Bier – auch wenn wir verdammt schlechte Glücksbringer waren.

Für den Rückweg sind wir uns schließlich einig, nicht durch die Leucht zu fahren und auch sonst keine Umwege auszuprobieren. Die Strecke ist zwar so etwas eintönig und sehr geradeaus, aber wir kommen gut voran und sicher wieder in Neukirchen-Vluyn an. 48 Kilometer haben wir nach Bönninghardt und zurück gebraucht. Mit Begleitung, bei gutem Wetter und ohne die Leucht werde ich diese Strecke auch in Zukunft sicherlich das ein oder andere Mal noch mit dem Rad zurücklegen.

Danke, Kathi und Anna für die schöne Radtour (Bild 6).

Ausblick: Gleich geht's noch nach Moers-City, morgen führt mich mein Redakteurinnen-Dasein nach Moers-Hochstraß. Ich spanne die strammen Waden also weiterhin an!

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Stadtradel-Star macht Schlagzeilen

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Heute wurde ich der Presse vorgestellt. Spannende Sache, denn normalerweise bin ich ja die Presse ;-)

Natürlich habe ich meinen Kollegen direkt eine Reihe druckfähiger Zitate wie "Ich mag die Aktion, ich mag meine Stadt und ich mag Herausforderungen" für ihre Artikel geliefert. Und tatsächlich bringt dieser Satz meine Motivation so ziemlich auf den Punkt.

Anschließend fand die symbolische Übergabe meiner Autoschlüssel an die Stadt statt und wurde von den zahlreichen Fotografen für die Ewigkeit festgehalten. Und sagen wir mal so, ich kann besser Zitate liefern, als für Fotos posieren. Auf dem Bild zu sehen (vl): Karin Keesen, Promoter Günter Stracke (der den Werbebanner noch heute und morgen durch die Stadt radeln wird), ich, Bürgermeister Harald Lenßen, Klimaschutzmanager Stephan Baur und Dr. Heiko Haaz.

Sonntag startet dann meine dreiwöchige Auto-Abstinenz und ich habe vor, direkt ordentlich Kilometer mit dem Rad abzureißen. Neben der Fahrt zum Wahllokal steht eine Tour nach Bönninghardt auf dem Programm. Was ich dort zu suchen habe und ob ich den Weg überhaupt finden werde, lest ihr hier.

Ich wünsche euch allen gute Radfahrt, einen goldenen Herbst und wenig Gegenwind.

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Hallo liebe Stadtradelnde!

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Equipe: Stramme Waden
Commune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

"Haben Sie Interesse in diesem Jahr unser Stadtradelstar zu sein?" Diese E-Mail von Klimaschutzmanager Stephan Baur traf mich gänzlich unerwartet - in Trainingshose, auf der Couch sitzend, im Homeoffice.

Ja, ich nehme seit Jahren an der Aktion teil und habe vor zwei Jahren sogar mein eigenes Team "Stramme Waden" gegründet, mit dem ich meine Fußballmädels vom FCNV mittels emotionaler Erpressung aufs Rad zwinge. Ja, ich lege viele meiner Strecken mit dem Fahrrad zurück. Aber ich habe auch Grenzen und die liegen so bei 10 Kilometer. Und jetzt auch noch Homeoffice. Da sitzt man halt eher in weichen Hosen auf dem Sofa als auf dem Fahrradsattel.

Trotzdem merke ich: Ich habe da echt Bock drauf, denn ich mag die Aktion, ich mag meine Stadt und ich mag Herausforderungen. Wie ist es, drei Wochen aufs Auto zu verzichten? Die Bequemlichkeit zu überwinden und Grenzen zu verschieben? Und wenn ich so grob überschlage, dürften doch einige Kilometer zusammenkommen, auch wenn der tägliche Weg ins Büro momentan wegfällt.

"Ja, ich mache es!" Und ich würde mich freuen, wenn Ihr mich begleitet - lesend in diesem Blog und in die Pedale tretend für unseren Block, unser Neukirchen-Vluyn.

In diesem Jahr gibt's das erste Mal Wanderpokale für die beiden Kommunen mit den meisten aktiven Teilnehmern (absolut und relativ zur Einwohnerzahl). Macht also ordentlich Werbung fürs Stadtradeln, spannt eure strammen Waden an und los geht’s!

Zu meiner Person:

Name: Claudia Basener

Alter: 38 Jahre

Ortsteil: Neukirchen

Job: stellvertretende Redaktionsleiterin des Stadt-Panoramas

Hobbys: Fußball, Fotografie, Flying Pilates, Fahrradfahren ;-)

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