STADTRADELN-Star Blog: Aachen


Nachtrag

Image Ecrit le 23.06.2020 de Gregor Groß-Weege
Equipe: LANCOM radelt
Commune: Aachen

"Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad."

  • Adam Opel

  • Soo, die drei Wochen Stadtradeln in Aachen sind um. Und, wie wars so ohne Auto? Naja, ich habe gestern mal wieder einen Großeinkauf im Super- und Baumarkt gemacht. Natürlich weiterhin mit dem Rad. ;)

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    Sichtbarkeit ist nicht gleich Sicherheit

    Image Ecrit le 20.06.2020 de Gregor Groß-Weege
    Equipe: LANCOM radelt
    Commune: Aachen

    "Oh, das muss wohl doch ein Radweg sein: da parken Autos drauf."

  • meine Wenigkeit

  • Gestern waren wir bei Freunden in Belgien zu Besuch. Sie sind im November umgezogen, und da mir damals auf dem Hinweg ein Autofahrer das Schlüsselbein gebrochen hatte, kannte ich noch keine Strecke. Wir sind also dem Navi gefolgt, was... Erlebnisreich war. Trekkingräder sind halt doch keine Mountainbikes.
    Da es beim Rückweg doch schon sehr dunkel war, entschieden wir uns den Rückweg über die Hauptstraßen anzutreten. Da es großteils keine Radwege gab und wir auf der Straße fahren mussten (von dieser Fahrt stammt im übrigen auch obiges Zitat) fiel mir wieder einmal auf, dass Sichtbarkeit nicht mit Sicherheit gleichzusetzen ist. Unsere Räder sind (natürlich) mit sehr hellen Lichtanlagen vorn und hinten ausgestattet, die Reifenmäntel haben integrierte seitliche Reflektoren und wir tragen beide einen neongelben Helm mit einem hellen, roten Rücklicht. Meine Freundin trug Reflektierende Bänder um die Knöchel, ich die LED-Variante (links rot, rechts grün ;) ) sowie einen flächig rot leuchtenden Rucksack.
    Wir waren also beide gut zu sehen, würde ich behaupten. Trotzdem zeigte sich, dass wir beide - auch wenn wir über 100m Abstand voneinander hielten - sehr knapp von vorbeifahrenden Autos überholt wurden. Und ich will jetzt nichts von wegen "Ach, die Belgier!" hören... Das Kuschelbedürfnis von Autofahrern ist nicht Länderspezifisch!
    Der oben bereits erwähnte Unfall mit dem Schlüsselbein trug sich zudem Mittags in einer 30-er Zone zu, drei Häuser vom Wohnhaus des Unfallsgegners entfernt. Auch dort kann mangelnde Sichtbarkeit kein Faktor gewesen sein...
    Meine Freundin hat letztens auch mal Fotos von mir mit Anhänger geschossen. Im Bild fehlt allerdings der LED-Rucksack, und für den Winter habe ich noch einen anderen Helm, der zur Rückleuchte noch über einen weiteren Frontstrahler verfügt, um Spaziergänger/Hunde aus Seitenstraßen besser sehen zu können.
    Was muss man denn noch machen, um sicher überholt zu werden?

    Image

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    Abseits üblicher Pfade

    Ecrit le 14.06.2020 de Gregor Groß-Weege
    Equipe: LANCOM radelt
    Commune: Aachen

    "Das Radfahren macht mir eine große Freude: Es ist wunderschön, ein bisl ermüdet und erhitzt sich irgendwo hinzusetzen und über die Sträucher, die Wiesen und Hügel hinzuschauen und abends ist es sogar wunderschön in den Straßen der Vorstädte zu fahren."

  • Hugo von Hofmannsthal

  • Am Wochenende waren meine Freundin und ich meine Eltern besuchen.
    Wie üblich mit den Rädern nach Stolberg zum Hauptbahnhof und dann mit der Bahn weiter.
    Als wir bereits im Zug saßen, viel es mir dann ein: "Hm, wie kommen wir eigentlich vom Bahnhof zu meinen Eltern?" Einen ÖPNV gibt es dort nur selten, zudem genau neben den einzigen Zug im Ort getaktet und an Feiertagen schon mal gar nicht. Bislang wurde ich immer mit dem Auto abgeholt, oder - wenn grad niemand Zeit hat - das Zweitrad am Bahnhof deponiert. Beides fiel aus naheliegenden Gründen aus, weil es ja mit einer Autofahrt verbunden gewesen wäre. (Ja, streng genommen könnte mir jemand das Rad mit dem Auto bringen, aber das wäre ja doch ziemlicher Unsinn.) Wir entschieden uns dann dazu, am Fluss entlang aus der Stadt heraus bis in den Außenbereich zu laufen. Ich war doch recht überrascht, dass es nur 4 km Fußweg waren. Noch dazu an einer bildschönen Strecke entlang.
    Manchmal lohnt es sich halt doch, aus gewohnten Wegen auszubrechen und über den Tellerrand zu linsen.

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    Autofreier Alltag

    Ecrit le 07.06.2020 de Gregor Groß-Weege
    Equipe: LANCOM radelt
    Commune: Aachen

    "Besorg Dir ein Fahrrad. Wenn Du lebst, wirst Du es nicht bereuen."

  • Mark Twain

  • Ein Bekenntnis vorweg: Ich bin 31 Jahre alt und abgesehen von einer kurzen Lebensphase mit einer Ex-Freundin habe ich Zeit meines Lebens noch kein Auto besessen.
    Im Studium ist es für viele Studenten ja üblich, sich nur gelegentlich das Auto der Eltern zu leihen, sei es nun für Festivals oder Großeinkäufe. Aber auch nachher hatte ich nie wirklich das Bestreben, mir eines zuzulegen: die Arbeit war 7 km entfernt, mein Arbeitgeber bietet das JobRad-Leasing an, der Weg mit dem Rad ist erheblich kürzer als der mit dem Auto, zudem keine Staus, wenige Ampeln... Lange Rede ohne Sinn: es gibt für mich wesentlich bessere Wege, mein Geld auszugeben.

    Einzig beim Carsharing bin ich angemeldet. Für Großeinkäufe ist das recht praktisch, aber inzwischen habe ich mir dafür einen Fahrradanhänger zugelegt. Der Croozer Cargo ist zugegebenermaßen nicht ganz günstig, aber er ist sehr solide, durchdacht und lässt sich platzsparend zusammenklappen und im Keller lagern. Nach meinem Unfall letzten Herbst ließ er sich zudem als Bollerwagen nutzen, als ich nicht Rad fahren konnte. (Ja, eine sehr schwere Zeit.)

    Manche meiner Freunde sind dennoch verwundert, wenn ich erzähle, dass ich hier in Verlautenheide komplett ohne Auto wohne. Also nicht nur jetzt beim Stadtradeln, sondern ganzjährig:
    "Aber wenn du zum Kneipenbesuch in die Stadt möchtest, musst du doch nachher 6 km den Haarberg hoch!" - Genau... Nachher. So kann ich das gute Essen direkt wieder abstrampeln. ;)
    "Wie machst du deinen Wocheneinkauf?" - Ich fahre mit dem Rad zum Laden, packe Dinge in einen Einkaufswagen oder -korb und laufe damit zur Kasse... Das ist keine Magie.
    "Wie besuchst du deine Eltern?" - Zugegeben, 3,5 h Zugfahrt ist länger als 1,5-2 h mit dem Auto. Aber auch erheblich Stressfreier: Im Zug kann ich lesen, schlafen, mir die Beine vertreten. In den meisten Autos ist das als Fahrer nicht möglich.
    "Wie kommst du denn zu Festivals?" - Mit dem Rad zum Bahnhof, mit dem Zug zu anderen Festivalbesuchern und ggf. mit deren Auto weiter.
    "Aber du triffst dich zu Spielrunden in Orten, die 30 km entfernt liegen!" - Und? Es ist teilweise eine sehr schöne Strecke. In der Gepäcktasche sollten aber wahlweise Sonnencreme oder Regenhose zu finden sein.

    Ohne die direkte Möglichkeit auf ein Auto auszuweichen, hat man somit auch immer einen "Minimalsport" pro Woche, was mir als Diabetiker in gesundheitlicher Hinsicht noch doppelt zu Gute kommt: Der Muskelaufbau zur Regulierung des Blutzuckerspiegels und die Stärkung des Immunsystems.

    Natürlich werden die meisten Dinge einfacher, wenn man Freunde hat, die sowieso mit dem Auto irgendwo hin fahren und einen dann mitnehmen können. Aber ich bin sehr zuversichtlich, auch dieses Jahr wieder die drei Wochen komplett Autofrei ohne Einschränkungen leben zu können.

    Vor einigen Wochen sind meine Freundin und ich per Carsharing nach Monschau gefahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie noch kein eigenes Rad hier in Aachen, sondern musste mit meinem alten Drahtesel vorlieb nehmen. Inzwischen wäre die Tour nach Monschau eine schöne Tagestour, die wir mit Sicherheit auch bald machen werden. Sobald der Senf leer ist. ;)

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