STADTRADELN-Star Blog: Speyer


Let‘s talk about Sicherheit

Ecrit le 29.09.2020 de Sabrina Albers
Equipe: Fridays for Future Speyer
Commune: Speyer

Liebe Mitradlerinnen, liebe Mitradler,
liebe Interessierte,
den Alltag mit einem Fahrrad zu bestreiten, erfordert auch durchdachte Planung und das Treffen einiger Sicherheitsvorkehrungen. Dennoch gerät man manchmal in Situationen, in denen man von dem Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer:innen abhängig ist.
Im Jahr 2019 gab es laut der Polizeiinspektion Speyer 175 Verkehrsunfälle in denen Radfahrer:innen verwickelt waren. Und das sind nur die polizeilich gemeldeten. Viele dieser Unfälle ließen sich durch mehr Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme verhindern. Persönlich schätze ich es immer sehr, wenn beispielsweise Autofahrer:innen an roten Ampeln hinter mir warten und sich nicht zusätzlich neben mich stellen. Anderseits achte auch ich darauf, mich nicht neben ein bereits wartendes Auto zu stellen. Gerade im morgendlichen Berufsverkehr kommt es dadurch, dass wir alle flott an unserem Ziel ankommen wollen, zu gefährlichen Situationen oder Unfällen: Autofahrer:innen übersehen beispielsweise beim Abbiegen oder Überholen Radfahrer:innen oder Radfahrer:innen nehmen Abkürzungen, bei denen sie Fußgänger:innen oder andere Radler:innen gefährden bzw. darauf hoffen müssen, dass Autofahrer:innen noch rechtzeitig bremsen können. Es ist wichtig, dass wir erkennen, dass wir alle, die wir im Straßenverkehr unterwegs sind, aufeinander achten und gegenseitig Rücksicht nehmen. Denn letztendlich hält es von unserem Verhalten ab, ob wir alle sicher an unserem Ziel ankommen.
Irgendwie war ich immer der Meinung, dass mir schon nichts passieren würde und Unfälle eher unwahrscheinlich sind. Letzten Oktober wurde ich schließlich auf dem Weg ins Büro von einem zu schnell fahrenden Wagen in einer verkehrsberuhigten Straße angefahren und verletzte mich an Bein so stark, dass ich ins Krankenhaus musste. Vom Boden aus konnte ich das Auto leider nur noch um die Ecke biegen sehen. Den vorbeikommenden Frauen, die sich sofort um mich kümmerten und den Rettungswagen riefen, bin ich heute noch sehr dankbar. Seitdem spielt das Thema Sicherheit bei mir eine noch größere Rolle und ich achte darauf auch für Autofahrer:innen sichtbarer zu sein. So überprüfe ich regelmäßig mein Vorder- und Rücklicht, trage eine Fahrrad-Airbag um den Hals und bei Regenwetter ziehe ich meinen gelben Friesennerz an. Damit bin ich sichtbar und trocken. Außerdem lasse ich mein Fahrrad ab und an durchchecken, um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung ist.
Da ich meinen Einkauf auch mit dem Rad erledige, bin ich ziemlich geübt im Tetris spielen und habe bisher alles gut in meinem Korb unter bekommen. Auch hier achte ich darauf, dass nichts rausfallen kann und alles gut im Korb liegt. Das Positive daran ist übrigens, dass man nur kauft, was man wirklich benötigt und Spontankäufe eher selten sind ;)
Zum Thema Sicherheit gehören allerdings auch unsere Fahrradwege - oder das Fehlen von Fahrradwegen. Manche von ihnen strotzen nur so von Schlaglöchern, dass man den Luftdruck seiner Reifen nicht oft genug überprüfen kann. Außerdem sind einige von ihnen recht eng, wie die in der Wormser Landstraße. Spannend wird es auch, wenn Autofahrer:innen Fahrradwege als Parkplatz nutzen oder dort "nur mal kurz halten". Oder aber, wenn erst gar keine da sind und sich Autos und Fahrräder den Weg teilen. Hier denke ich besonders an die Menschen, die mit dem Rad Richtung Schiffswerft Braun unterwegs sind. Alles in allem gibt es für alle Verkehrsteilnehmer:innen Situationen die gefährlich sind. Was wir benötigen, ist mehr Verständnis füreinander und mehr Rücksicht aufeinander. Besser nachvollziehen könnten wir die jeweilige Situation natürlich auch, wenn wir mal die Rollen tauschen, also wenn mehr Autofahrer:innen mal die Kiste stehen lassen und mit dem Rad Dinge erledigen und wenn Radfahrer:innen bei einem Spaziergang mehr auf die Bedürfnisse der Fußgänger:innen achten. Ich bin sicher, dass wir schnell merken würden, dass es für uns alle Platz gibt und das gefühlte "Gegeneinander" nicht sein muss. Schließlich haben wir mehr davon, wenn wir den Verkehrsalltag gemeinsam bestreiten. Einen Beitrag dazu können wir alle durch unser Verhalten leisten. Und um unsere Stadt etwas sicherer für uns alle zumachen, gibt es auch tolle Ansprechpartner wie unseren Fahrradbeauftragten oder Umfragen, wie die vom ADFC unter https://fahrradklima-test.adfc.de
Ich wünsche Euch allen eine entspannte und gute Fahrt.
Eure Sabrina

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Kleine Touren aus der Stadt raus

Ecrit le 22.09.2020 de Sabrina Albers
Equipe: Fridays for Future Speyer
Commune: Speyer

Liebe Mitradlerinnen, liebe Mitradler,
liebe Interessierte,

in den letzten Tagen habe ich – bestimmt wie auch Ihr – einige Touren auf meinem Fahrrad unternommen. Dabei führte mich mein Weg entlang vieler interessanter Strecken. Eine meiner Lieblingsrouten geht Richtung Spitzenrheinhof am Wammsee vorbei. Vor einigen Jahren teilte ich mir mit Freunden dort einen Schwimmplatz und ab und an fahre ich noch immer diesen Weg, um mal ein bisschen was anderes zu sehen. In ein paar Minuten ist man draußen in der Natur und kommt mal wieder zum durchatmen. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber gerade nach einem stressigen Tag ist es ein wahnsinnig schönes Gefühl mit dem Rad etwas durch die Gegend zu düsen. 
Die angebotenen Radtouren beim »Sattelfest« habe ich natürlich auch gleich als gute Gelegenheit genutzt, um mal wieder aus der Stadt rauszukommen. Da wir aber etwas später als geplant losfuhren, blieb es bei der kleinen Strecke. Ehrlich gesagt, hat mir das aber auch ganz gut gepasst, denn so kam es dazu, dass wir auch mal wieder nach Dudenhofen gefahren sind. Nachdem wir uns unseren letzten Stempel am Martinshof abgeholt haben, fuhren wir mit den Rädern ins Dorf rein, um noch mal bei meinem alten Zuhause vorbei zu schauen, radelten dann Richtung Schule und schließlich durch die Schillerstraße wieder aus Dudenhofen raus. An der Marienstatue machten wir eine kurze Pause und konnten mit einem anderen Radler-Pärchen eine kleine Haselmaus beobachten, die durch das Laub wusselte. Es fiel uns zwar etwas schwer uns von ihr zu trennen, doch wir hatten ja noch das Ziel der Radtour im Blick. Deshalb fuhren wir in einem flotteren Tempo nach Speyer zurück, um kurz vor 17 Uhr noch unsere Stempelkarte abzugeben.
An einem anderen Tag fuhren wir nach Iggelheim. Der Hinweg führte uns stellenweise durch den Wald, was mit meinem Hollandrad nicht immer so gut ging :D Aber wir hatten ja Zeit und an den etwas sandigen Stellen konnte ich deshalb auch etwas langsamer machen. Am späten Abend fuhren wir den direkten Radweg an der Straße entlang und brauchen dafür ungefähr 45 Minuten. Ich dachte, wir wären schneller gewesen, aber die Zeit fliegt auf einem Rad ja manchmal auch ein bisschen.
Eine kleine Herausforderung für mich war letzte Woche, als ich mit meinem guten Freund Kai eine Lesung in Mannheim hatte. Da er die Anlage mitnahm, konnte er mich nicht mit dem Zug und dem Fahrrad begleiten. Wir verabredeten uns für 18 Uhr in Mannheim am Veranstaltungsort und ich nahm den Zug um kurz nach 17 Uhr um rechtzeitig zu sein. Unter »normalen« Umständen hätte ich vielleicht Kais Mitfahrgelegenheit genutzt und wäre mit ihm mit dem Auto gefahren, aber da ich ja versprochen habe für die nächsten Wochen ganz auf Autos zu verzichten, packte ich meine Texte und ein Wechselkleid in meinen Fahrradkorb. Mein Mikro und das dazugehörige Stativ fanden in meiner alten Gitarrentasche Unterschlupf, die ich mir auf den Rücken schnallte. Die Zeit im Zug konnte ich gut nutzen, um meine Texte nochmal durch zugehen und zu schauen, in welcher Reihenfolge ich sie lesen wollte und dabei etwas Musik zu hören. In Mannheim angekommen, war der Weg ziemlich einfach: Ich musste nur etwas mehr als zwei Kilometer durch die Quadrate fahren und dadurch das man als Radfahrerin viele Einbahnstraßen auf beiden Seiten nutzen kann, ging das recht flott. Ich musste auch keinen Parkplatz suchen, da ich mein Rad direkt vor der Jazz-Bar abschließen konnte. Das Rennen gegen Kai habe ich gewonnen, denn er kam erst später als ich an ;) Nach der Lesung galt es die Zeit im Auge zu behalten, da man durch die öffentlichen Verkehrsmittel zumindest was die Verweilzeit angeht, doch leicht eingeschränkt ist. Unter der Woche ist das weniger ein Problem, aber am Wochenende wäre es wesentlich angenehmer, wenn die S-Bahn auch noch etwas später fahren würde. Meinen ursprünglich geplanten Zug hatte ich erwartungsgemäß verpasst, da ich mich mit einigen Freunden verquatscht hatte. Da ich mich aber kenne, hatte ich das eingeplant und auf der Bahn-App schon den nächsten Zug rausgesucht. Auf meinem Rückweg zum Bahnhof in Mannheim bin ich wieder gut durch die Quadrate gekommen. Stellenweise war ich auch schneller als die Autos, die sich neben mir im Verkehr stauten. Im Zug konnte ich mein Rad an den Fahrradbändern anschnallen und dann ganz entspannt etwas Musik hören und den Abend Revue passieren lassen. Auf jeden Fall werde ich Kai in Zukunft überzeugen mit mir das Rad für unsere nächste Veranstaltung zu nehmen: Die Fahrt ist viel entspannter als mit dem Auto.

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Hallo in die Runde!

Ecrit le 07.09.2020 de Sabrina Albers
Equipe: Fridays for Future Speyer
Commune: Speyer

Liebe Mitradlerinnen, liebe Mitradler,
liebe Interessierte,

obwohl ich jetzt nicht gerade täglich wahnsinnig viele Kilometer auf dem Rad zurücklege, habe ich dankenswerterweise dennoch die Möglichkeit bekommen, Euch drei Wochen lang über mein Fahrradverhalten zu berichten. Ich bin eine ganz klassisch »Alltags-Radlerin«, das heißt ich fahre damit jeden Tag zur Arbeit und zurück, erledige damit alle Einkäufe und nutze mein Rad, um von A nach B und weiter zu C zu kommen. Ein eigenes Auto habe ich schon seit vielen Jahren nicht mehr. Zuerst konnte ich mir kein neues leisten und irgendwann wollte ich es auch nicht mehr. Da ich das Privileg habe in der der Stadt zu arbeiten in der ich lebe und noch dazu alles für mich Wichtige entweder fußläufig oder per Rad zu erreichen ist, wollte ich eine solche Ausgabe auch nicht mehr tätigen. Wenn ich raus aus Speyer möchte, nutze ich dazu die öffentlichen Verkehrsmittel oder ich schließe mich einer Fahrgemeinschaft an. Somit kann ich mir das Geld für den Unterhalt eines eigenen Autos sparen und ich muss keinen Parkplatz suchen. Also sollte es für mich nicht schwierig werden, die nächsten Wochen ohne Auto auszukommen. Wir werden sehen :D 

Bei meinen täglichen Fahrradfahrten bleiben natürlich auch manchmal brenzlige Situationen nicht aus. Jede die mit dem Fahrrad zur Arbeit und zurück fährt, hat das bestimmt schon erlebt und jeder hat so seine Ecken, die gefährlich sind. Deshalb möchte ich diesen Blog auch nutzen, um darauf aufmerksam zu machen. Und ich möchte die Zeit auch ein bisschen genießen und nicht nur alltagsbedingt durch die Straßen Speyers zu kurven, sondern auch mehr Freizeit auf dem Sattel verbringen. Denn immerhin will ich auch ein paar Kilometer für unsere Stadt gut machen ;)
Die nächsten Tage werdet Ihr hier also etwas mehr über mich und mein Fahrrad erfahren, doch ich bin natürlich auch daran interessiert zu hören, wie es Euch auf dem Rad so ergeht. Deshalb schreibt mich gerne über unsere Klimaschutzbeauftragte an, wenn Ihr Eure Fahrrad-Geschichte teilen möchtet. Vielleicht seid Ihr ja mit Kindern im Straßenverkehr unterwegs, habt ein spezielles Fahrrad oder wünscht Euch eine Veränderungen an einer bestimmten Stelle im Stadtverkehr. Auch Eure Sicht der Dinge zählt, denn immerhin sind hier in Speyer viele »Stadtradel-Stars« unterwegs. Und wer weiß, vielleicht motivieren wir damit auch die ein oder den anderen das Auto Mal stehen zu lassen und ein bisschen mehr das Fahrrad zu nutzen. Bis dahin wünsche ich Euch gute – und vor allem – sichere Fahrt!
Eure Sabrina

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