STADTRADELN-Star Blog: Rotenburg Wümme


Ein weiter Weg

Image Ecrit le 01.08.2020 de Jens Loës
Equipe: Team Rundschau
Commune: Rotenburg Wümme

Die drei Wochen Stadtradeln sind nun um, drei Arbeitswochen wie fast alle anderen auch. Lediglich einmal musste ich einen Plan kurz abändern und mit dem Zug nach Bremen fahren, da ein Mitfahren im Auto nicht möglich war. Darüber hinaus haben wir in der Familie ein paar extra Radtouren gemacht, damit die Jüngste auch auf ihre Kilometer kam. Was aber ist - viel entscheidender - das Fazit nach meinem zweiten Durchlauf als Stadtradelstar?
Der Weg ist noch weit. Solange noch Radfahrer, die entsprechend den geltenden Regelungen in der Goethestraße auf der Straße fahren, von wildgewordenen und vermutlich kognitiv suboptimal versierten Senioren das Angebot bekommen, beim nächsten Mal "eins auf die Nuss" zu bekommen, solange kann man keineswegs davon reden, einer Verkehrswende auch nur näher gekommen zu sein. Solange der Ausbau und die Instandhaltung der Straße allerorts den Vorang gegenüber den Rad- und Fußwegen hat, solange ist die Teilnahme am Stadradeln nur mehr ein Feigenblatt. Vielleicht sollte man sich im Rat einmal Gedanken darüber machen und ehrlich sagen, ob einem die Verkehrswende wichtig ist oder nicht, bevor das eigentlich sinnvolle Event des Stadtradelns nur mehr zu einem Instrument politischer PR verkommt. Solange die Politik der Kommune weiter darauf zielt, es dem Kraftfahrer jedweder Couleur so angenehm wie möglich zu machen in die Stadt zu kommen, solange ist ein Umdenken bei eben jenen Kraftfahrern nicht sehr wahrscheinlich. Erst wenn das Automobil zur unbequemeren Variante wird, erst dann ist eine Wende im Individualverkehr denkbar.
Aber genug der harschen Worte, etwas Gutes hat es auch für den Radler persönlich, wenn er oder sie das Automobil durch das Rad ersetzt. Gerade in Zeiten der Pandemie erweist sich das Fahrrad als Infektionsgegner par excellence, verbleiben doch die Aeorosole nicht im engen Käfig des Autos. Zudem steigert der Sauerstoff in der Luft die Hirnaktivität - weiter oben ist dies von dem Lenker eines Kraftfahrzeugs eindrucksvoll unter Beweis gestellt worden. Und zu guter Letzt hat man nur mit dem Rad die Chance, alleine oder zu mehreren auch in bereits bekannten Gegenden vollkommen neue Wege zu entdecken. Neugier lohnt sich hier immer sowie das Interesse, eingefahrene Spuren zu verlassen und sich auf etwas anderes einzulassen, selbst wenn es auf den ersten Blick keinen Weg nach vorne geben sollte - es findet sich auch im Alltag immer eine Möglichkeit.

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Abschluss

Image Ecrit le 25.07.2020 de Carsten Kahle
Equipe: Team Von-Düring-Kaserne
Commune: Rotenburg Wümme

Abschluss des diesjährigen Stadtradelns in Rotenburg
Als Captain des Teams Von-Düring-Kaserne möchte ich mich bei allen registrierten und radelnden Mitstreitern bedanken. Nicht nur das Rotenburg einen neuen Rekord an Teams zu vermerken hatte, auch mein Team hat dieses Jahr die bisher größte Anzahl an Teilnehmern erreicht. Auch das mein Team im oberen Feld der Teilnahmeteams gelandet ist, finde ich beachtlich. Zudem stellen wir dieses Jahr auch einen der Stadtradeln-Stars.
Zu meinem Bedauern musste ich leider auf viele Radtouren verzichten, da ich mich um meine Frau kümmern musste, die sich zu Beginn des Stadtradelns bei einer Tour (Gefahrenstelle Goethestraße), bei einem Fahrradunfall den Mittelfuß gebrochen hatte. Zu allem Übel durfte ich als Stadtradeln-Star nicht mit dem Auto fahren, so dass die Arztbesuche durch die Fahrbereitschaft von Freunden und Familie gesichert werden musste. Mir blieb da nur noch, einige Kilometer im Stadtgebiet zu absolvieren, da ich mich parallel ja auch um Haushalt und Garten kümmerte. Zum Glück habe ich Urlaub, so dass meine Priorität natürlich bei meiner Frau liegt.
Aber zurück zum eigentlichen Stadtradeln. Heute am 25. Juli endet die Aktion um 24.00 Uhr für Rotenburg. Anlässlich dieses Tages wurde ich heute nochmals ins Rathaus gebeten, da mir als Stadtradeln-Star mein Autoschlüssel wieder übergeben werden sollte. Bürgermeister Andreas Weber, Rotenburgs ADAC-Chef Manfred Petersen, Andrea Rieß und Anke Jacobs von der Stadtverwaltung waren ebenfalls anwesend. Andreas Weber trug die bis 12.00 Uhr geltenden Zahlen zum Stadtradeln vor, „Wir haben zurzeit 923 radelnde Teilnehmer, die bisher 202.000 km abgeleistet haben und somit über 30 t CO² eingespart haben, dass sind mehr als 15 Millionen Liter CO²!“. Zum Vergleich: Das Schwimmerbecken im Ronolulu fast ca. 2,25 Millionen Liter. D.h. mehr als sechseinhalb Schwimmerbecken wurden an CO² eingespart. Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn Eintragungen können noch bis Ende nächster Woche nachgereicht werden, so dass wir das letztjährige Ergebnis noch überbieten könnten.
Ein tolles Ergebnis und Anreiz für das nächste Stadtradeln 2021.

Mit sportlichen, freundlichen und erwartungsvollen Grüßen
Carsten Kahle
Team Von-Düring-Kaserne

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Der Weg zum Dienst

Ecrit le 17.07.2020 de Carsten Kahle
Equipe: Team Von-Düring-Kaserne
Commune: Rotenburg Wümme

Seit über 30 Jahren fahre ich mit dem Fahrrad zum Dienst und ich habe mir gedacht, dass es vielleicht mal Zeit wäre, den Weg zum Dienst aufzuzeichnen. Mit dem Fahrrad zum Dienst heißt entspannt und gut gelaunt den Dienst anzutreten und mit einem positiven Blick den Tag zu beginnen. Wenn es dann auch noch so ein schöner Tag ist, wie bei dieser Aufnahme, um so besser. Gerade in Rotenburg und Umgebung haben wir so viel Natur, die einfach zur Ausgeglichenheit beiträgt. Wenn man dann auch noch die einen oder anderen Wildtiere dabei entdeckt, stellt man fest, dass hier die Welt noch in Ordnung zu sein scheint. Aber nicht nur der Weg zum Dienst, sondern auch der Weg nach Dienst mit dem Fahrrad nach Hause, trägt dazu bei wieder die Ausgeglichenheit zu bekommen, mit der man zum Dienst gefahren ist. Man kann den Kopf wieder frei bekommen und tut auch noch etwas für den Körper und die Umwelt. Ich kann nur jeden empfehlen das Fahrrad gegen die motorisierte Variante mal einzutauschen. Natürlich sofern die Strecke zum Arbeitsplatz auch gut zu bewältigen ist. Mit dem nötigen Training, z.B. beim Stadtradeln, kann es klappen. Man muss nur den "Inneren Schweinehund" mal überwinden. In diesen Sinne viel Spaß beim Radeln.

Carsten Kahle



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Nach mehr als einem Jahr: Eine Bestandsaufnahme

Image Ecrit le 15.07.2020 de Jens Loës
Equipe: Team Rundschau
Commune: Rotenburg Wümme

Am Ende des letzten Stadtradelns hatte ich bereits daruf hingewiesen, dass eine Aktion wie diese nur dann wirklich sinnvoll ist, wenn in der nationalen aber auch in der lokalen Politik alles dafür getan wird, den Menschen sowohl den Umstieg auf das Rad so einfach wie möglich, aber gleichzeitig die Nutzung des Automobils so schwierig wie möglich gemacht würde. WIll heißen: Wenn wir abkommen davon, dass bei jeder Verkehrsplanung zuerst geschaut wird, wie kommen die Pkws, die Lkws und andere mit fossilen Brennstoffen angetriebene Gefährte am problemlosesten durch die Stadt oder den Landkreis. Wenn Politiker das Rückgrat beweisen zuerst den Ausbau und die Pflege der Radwege zu budgetieren und die Pflege der Straßen komplett hintenangestellt wird (ein "Vorischt Straßenschäden" zusammen mit einem Tempolimit auf 10 bis 30 km/h sollten ausreichen), dann hat das Stadtradeln etwas bewirkt, was über die drei Wochen gemeinsamen Fitnesstrainings oder gemeinsamer Kaffeefahrten hinausgeht.
Ein Jahr später fahre ich immer noch dieselbe Strecke - täglich von Wümmingen über Ahausen und Unterstedt nach Rotenburg. Es ist der selbe Radweg, aber nicht mehr die selben Schäden. Hat sich also etwas getan? Wurde nachgebessert und der Radweg gepflegt, damit die Nutzung des Rades zumindest diesen Anreiz hat? Es gab Bauarbeiten auf der Strecke, so ließen die Verantwortlichen hier und dort etwas Verschließdecke entfernen, um den Weg wieder zu egalisieren, wenn die Baumwurzlen diesen zu sehr angehoben hatten. Man stelle sich einmal, ein solches Vorgehen sei auf der daneben verlaufenden Straße geschehen. Ein Aufschrei sondergleichen wäre vermutlich die Folge gewesen. Ansonsten aber verfällt der Weg weiter. Risse, Kanten, Löcher die den Radfahrer zu andauerndem Abbremsen zwingen. In Rotenburg selbst geht es in der Verdener Straße ansatzlos weiter. Von dem "Radweg" in der Harburger Straße möchte ich lieber gar nicht erst sprechen.

Zum Glück für die Radelnden gibt es die STVO her, dass die Radfahrer von der Benutzungs des Radweges befreit sind, wenn dieser "unzumutbar" ist (§2 Zu Abs. 4 Satz 2). Ergo ist es eventuell doch besser, den Weg verfallen zu lassen, damit dann ziemlich bald sämtliche Radler auf der Straße fahren. Das entschleunigt den Verkehr dann sicher auch ganz vortrefflich.

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Die Ungezählten

Image Ecrit le 14.07.2020 de Jens Loës
Equipe: Team Rundschau
Commune: Rotenburg Wümme

Ein "Fundstück" auf dem Weg zur Arbeit, das mich zum Grübeln brachte: Wer war dieses Tier? Das schnellste seiner Familie? Das Schönste? Oder nur ein Mitläufer, wie so viele andere? Wie häufig hat er (oder sie - genau nachschauen mochte ich nicht) wohl das Asphaltband zwischen Hellwege und Posthausen gekreuzt, ohne dass etwas passierte? Immer auf der Hut vor diesen rollenden und viel zu schnellen Jägern, die auch seine Beute töten. Wollte das Tier zurück in seinen Bau oder war es auf der Jagd um Nahrung für die Seinen zu beschaffen? Alles Fragen, die ohne Antwort bleiben, denn an diesem Tag (oder in dieser Nacht) war die Maschine schneller als der Jäger, der selbst zum Gejagten wurde. Hat der Mensch am Steuer überhaupt reagiert, ja nur gemerkt, dass er ein Leben auslöschte? Ich weiß es nicht - ich weiß nur, dass diese perfekte Symbiose aus Kraft und Eleganz wohl noch am Leben wäre, wäre er einem Fahrrad begegnet und keinem Auto.
Und so blieb mir nur auf dem Weg zur Arbeit kurz zu halten, den Leichnam von der Straße zu heben und im Gras abzulegen, bevor die ignoranten und erbarmungslosen Reifen des morgendlichen Verkehrs das auch im Tod noch schöne TIer auf zwei Quadratmeter ausrollten und ihm neben dem Leben auch noch die Würde nähmen.

Viele dieser Schicksale finde ich auf dem Weg zur Arbeit und zu Terminen - so viele, dass ich aufgehört habe, sie zu zählen.

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Auftakt des Stadtradeln 2020 in Rotenburg

Image Ecrit le 06.07.2020 de Carsten Kahle
Equipe: Team Von-Düring-Kaserne
Commune: Rotenburg Wümme

Am Sonntag startete die 3-wöchige Zeit des Stadtradeln in Rotenburg. Am Rathaus trafen sich alle Protagonisten. Bürgermeister Andreas Weber mit Andrea Rieß und Anke Jacobs von der Stadt, Manfred Petersen mit seinem Team vom ADFC, die Stadtradeln-Stars, Presse und Kommunalpolitik. Hört sich viel an war aber nicht so.
Was so geschah könnt ihr im Video sehen das hier verlinkt ist!



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