STADTRADELN-Star Blog: Verbandsgemeinde Gau-Algesheim


Fazit nach 3 Wochen „Fahrverbot“

Ecrit le 09.09.2020 de Arnim Backofen
Equipe: Die Welzbachtaler
Commune: Verbandsgemeinde Gau-Algesheim

Auch wenn die 3 Wochen Stadtradeln noch nicht ganz um sind, hält mich eine Erkältung aktuell davon am, beim Kilometersammeln noch mal einen Endspurt einzulegen. Dafür hab ich Zeit für ein erstes Fazit, wie es sich so ganz ohne Autonutzung lebt.

Also verkaufen werde ich mein Auto nicht. Ein mit dem Auto abzuarbeitender Aufgabenstau ist nämlich schon aufgelaufen:
• Sämtliche verfügbaren Behälter für Grünschnitt sind randvoll und warten darauf, zum Wertstoffhof gefahren zu werden.
• Auch eine nicht ganz unerhebliche Anzahl leerer Wasser-, Saft-, und Bierkästen will gegen volle ausgetauscht werden.
• Für unseren großen und definitiv Fahrradanhänger-untauglichen Schäferhund stehen Tierarzttermine an.

All das ändert aber nichts an der Tatsache, dass auch auf Dauer gut drei Viertel aller Wege problemlos per Rad (oder „innerdörflich“ auch zu Fuß) erledigt werden können. Wenn man auf dem Dorf wohnt, der nächste Supermarkt 8 km entfernt ist und auf dem Rückweg 180 Höhenmeter warten, ist zwar der real existierende erhöhte Zeitbedarf durchaus ein Thema. Allerdings: Der Kampf gegen den inneren Schweinehund ist deutlich energieaufwändiger als das eigentliche Strampeln. Aber das Hochgefühl, ihn besiegt zu haben, wenn die vollen Einkaufstaschen erstmal in der Küche stehen, ist in jedem Fall die Mühe wert!

Mein Appell zielt daher nicht auf eine fundamentalistische Totalverweigerung der PKW-Nutzung. Aber eine deutliche Reduktion der Autofahrten und vielleicht sogar der Ersatz des Zweit- oder gar Drittwagens durch vermehrte Fahrradnutzung ist bei etwas gutem Willen ganz sicher kein Hexenwerk.

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Einkauf mit Tücken

Ecrit le 04.09.2020 de Arnim Backofen
Equipe: Die Welzbachtaler
Commune: Verbandsgemeinde Gau-Algesheim

Grundsätzlich lassen sich (fast) alle Einkäufe für unseren Zwei-Personen-Haushalt ohne größere Probleme mit dem Fahrrad erledigen. In den meisten Fällen reichen die beiden großen Satteltaschen bequem aus, für größere Mengen habe ich auch noch einen Anhänger in der Hinterhand.

Doch der Spätsommer mit seiner verführerischen Fülle an frischem Obst hat auch seine Tücken: Weintrauben, Plattpfirsiche, Melonenstücke, Tomaten und Birnen mögen es weder gerüttelt zu werden, noch schätzen sie es, von anderen Teilen des Einkaufs in der Satteltaschen „unter Druck gesetzt“ zu werden. Und wenn man dann noch den Anspruch hat, möglichst wenig Umverpackung mit zu kaufen und Obst gern lose mitnimmt, kann das Packen schon recht knifflig werden.

Inzwischen habe ich mir angewöhnt, immer die Ausgabe der AZ vom Vortag dabei zu haben, deren zusammengeknüllte Seiten gutes Polstermaterial abgeben. Jetzt gibt es weniger Transportschäden zu beklagen. Die Online-Ausgabe der AZ hat bei mir aktuell also noch keine Chance.

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Mein gespaltenes Verhältnis zum E-Bike

Ecrit le 27.08.2020 de Arnim Backofen
Equipe: Die Welzbachtaler
Commune: Verbandsgemeinde Gau-Algesheim

Der Nutzen von E-Bikes ist mir durchaus bewusst:

1. Dank größerer Reichweite bei höherer Durchschnittsgeschwindigkeit sind die E-Bikes alltagstauglicher als herkömmliche Räder und haben das Potential, viele Autofahrten zu ersetzen.
2. Sie bringen Menschen wieder in Bewegung, die sich sonst nicht mehr auf ein Rad gesetzt hätten.
3. Sie ermöglichen gemeinsame Touren von Partnern, bei denen der Spaßfaktor beim Bergauffahren unterschiedlich stark ausgeprägt ist.
4. Auch mit einem E-Bike kann man bei Wahl eines niedrigen Unterstützungsmodus ambitioniert sportlich unterwegs sein.

Rein vernunftmäßig gibt es also keinen Grund, am Trend zur Elektrifizierung der Fahrräder herumzumäkeln. Aber ich kann mir nicht helfen: Mein Bauchgefühl sagt mir, dass sie der reinen Lehre des Fahrradfahrens widersprechen.

Ganz speziell dann, wenn es um das Thema „Mountainbike“ geht. Hier gilt für mich das „Deutsche Reinheitsgebot MTB“. Ein Mountainbike darf allein von einem sogenannten HLM-Motor angetrieben werden. Dieser Antrieb darf keine Komponenten enthalten als die Power aus Herz, Lunge und Muskeln. Das Downhill-High ist allein dem vorbehalten, der zuvor im Uphill mit Schweiß und Schmerz dafür gezahlt hat. Basta!

Jetzt ist es nur so, dass meine Frau seit letztem Freitag stolze Besitzerin eines EMTB ist. Anschaffungsmotiv war Punkt 3 der obigen Nutzenaufzählung. Nach unserer ersten gemeinsamen Tour erklärte sie mir, wie ich erkennen kann, mit welcher Unterstützungsstufe sie unterwegs ist:

• Permanentes Nörgeln am Berg: „Off“
• Sie klebt leicht schnaufend an meinem Hinterrad: „Eco“
• Sie bietet mir an, in ihrem Windschatten zu fahren: „Tour“
• „Schatz, ich warte an der nächsten Kreuzung!“ „EMTB“
• Ich höre nur noch ihr schrilles Lachen: „Turbo“

Nur mal angenommen, ich begänne in nächster Zeit, mich auch für ein E-Bike zu interessieren, dann könnte mir als Rechtfertigung vor mir selbst die Argumentation eines guten Freundes nützlich sein: „Ich habe mir ein EMTB gekauft: Jetzt kann ich das Rad mit meiner Frau tauschen, wenn sie ihren Akku leergefahren hat…“

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Erster Tag - Erste Challenge

Ecrit le 25.08.2020 de Arnim Backofen
Equipe: Die Welzbachtaler
Commune: Verbandsgemeinde Gau-Algesheim

Tag 1 des Stadtradelns beginnt direkt mit einer Herausforderung an mein Versprechen, mich die nächsten 3 Wochen autofrei fortzubewegen:
Als Teilnehmer der „Gutenberg-Gesundheitsstudie“ (GHS) der Uni Mainz erhielt ich vor einigen Wochen just für den 24. August die Einladung zur umfassenden Gesundheitsuntersuchung in der Uniklinik.

Wie hinkommen? Der erste Impuls: Ich nehme das Rad. Doch im Infoschreiben zur Untersuchung stand: „Bitte 8 Stunden vor der Untersuchung keinen Sport treiben!“ Und selbst bei ruhigem Tempo wären die 25 km über die Buckel von Westerberg, Mainzer Berg und Zahlbacher Steig wohl als „Sport“ zu definieren.

Variante 2 war demnach der ÖPNV. Doch da grätschte das Corona-Begleitschreiben der Einladung dazwischen, das empfiehlt, nach Möglichkeit keine öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Also brauchte es einen Kompromiss: Mit dem Rad von Nieder-Hilbersheim locker bergab nach Gau-Algesheim zum Bahnhof zu rollen, läuft eindeutig nicht unter „Sport“. Von dort ging es gut maskiert samt Rad (als Hygieneabstands-Device vor mir platziert…) mit der Bahn nach Mainz.

Nach erfolgter Untersuchung und gestärkt von dem wie immer sehr leckeren Imbiss durfte der Heimweg dann per Radl erfolgen. Bei strammen Gegenwind auf der gesamten Strecke: Vielleicht als Strafe für die Hinfahrt per Bahn…?

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