STADTRADELN-Star Blog: Wedel im Kreis Pinneberg


Des Doktors Maske

Image Ecrit le 12.06.2020 de Bastian Sue
Equipe: Offenes Team - Wedel
Commune: Wedel im Kreis Pinneberg

Es liegt momentan ja nicht nur der Frühling, sondern auch Corona in der Luft.

Hier im Kreis Pinneberg haben wir das Glück, dass wir inzwischen fast keine neuen Fälle mehr haben. Nicht schlecht – dafür, dass wir ganz am Anfang noch der größte Seuchenherd in Schleswig-Holstein waren.

Trotzdem bleibt es natürlich oberstes Gebot der Stunde, sich und vor allem andere zu schützen. Masketragen bleibt also bestehen!

Doch wie läuft das eigentlich auf dem Fahrrad? Muss ich die ganze Zeit durch den friesischen „Schnuten-Pulli“ atmen, oder kann man das Ding auch abnehmen, solange man alleine ist?

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Ich versuche auf Nummer sicher zu gehen und probiere mal die Schutzkleidung der frühen Neuzeit aus:

Mit Schnabelmaske, einem schwerem Mantel aus Segeltuch und natürlich dem respekteinflößenden Hut überstehe ich das bestimmt:
Tadaa, der Pestarzt ist da!

Einen Nachteil habe ich in meinem scherzhaften „Sicherheits-Gewand“ aber gleich bemerkt: Es erweckt Aufmerksamkeit.

Und Aufmerksamkeit sorgt am Ende irgendwie für weniger Aufmerksamkeit anderswo.

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Die Gesellschaft nicht wohl noch nicht bereit für meinen Mundschutz.

Menschen schauen mich an und deshalb nicht die Straße. Und zugegebenermaßen, ich sehe unter der Maske zwar echt gut aus und sogar auch ganz gut aus den Augen – aber eben auch nur geradeaus.

Das Experiment ist gescheitert und ich fahre völlig ungeschützt nach Hause.

Zack, da passiert es mal wieder, wie auch sonst in aller Regelmäßigkeit: Ein Autofahrer, der „nur mal kurz“ halb auf dem Radfahrsteifen steht, öffnet die Tür ohne vorher zu schauen. Ich kann nur knapp ausweichen.

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Ich lerne daraus:

Bei meinen einsamen Radtouren ist Corona vielleicht keine Gefahr – rücksichtslose Autofahrer allerdings schon.

Daher bereite ich mich lieber wieder auf diese Rabauken vor – ich habe ja noch andere Kostüme im Requisitenschrank.

Mit Helm fährt es sich sowieso viel sicherer!

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URRAH! URRAH!

Für Kaiser und Reich,
nieder mit den liederlichen Stahl-Kutschen!


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Euer "Löwenseelenkater" Basti


Hier geht es zum Blogbeitrag auf meinem Wedel.Blog :
https://wedel.blog/2020/06/12/stadtradeln-des-doktors-maske/

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Hinter dem Spiegel

Image Ecrit le 29.05.2020 de Bastian Sue
Equipe: Offenes Team - Wedel
Commune: Wedel im Kreis Pinneberg

Die Entscheidung, auf das Auto zu verzichten ist ja eigentlich schon letztes Jahr gefallen. Das war an dem Tag, an dem der alte SUV nicht mehr durch den TÜV gekommen ist. (Es lag an so ziemlich allem…) Damals lautete mein Leitspruch „Ich probiere mal, wie lange ich es ohne Auto aushalte“.

Auch wenn ich als Kleinunternehmer regelmäßig Gebrauch vom Auto gemacht habe, fühlte ich es der auch von mir unterstützen Initiative „Fridays for Future“ schuldig zu sein, es einfach schuldig zu sein, es wenigstens mal ohne Auto zu versuchen.

Dann, obwohl es Herbst und das Wetter ungemütlicher wurde, wurden aus ein paar Wochen auf dem Fahrrad langsam Monate. Irgendwann kam für die Wochen-Einkäufe ein Fahrradanhänger dazu. Spätestens als dann vermutlich als Reaktion auf einen Blogbeitrag gegen eine rechtsradikale Partei ein Reifen zerschnitten wurde, war das Rad mehr als nur eine Zwischenlösung geworden.

Trotzdem wurde weitergestrampelt und jetzt bin ich auch noch die Strecken geradelt, die ich sonst in der Bahn abgesessen habe. Denn ich wollte den Rechten zeigen, dass sie mich nicht vom Radfahren abbringen können. Naja, vermutlich wollte ich es vor allem mir selbst zeigen. Jetzt war es auch noch Trotz.

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Mirror, Mirror!

In einem Paralleluniversum habe ich mir gleich nach dem TÜV ein neues Auto gekauft. Meine Firma wirft nicht so viel ab, dass ich damit große Sprünge machen kann. Deshalb hat mein böses Ich in dem Spiegeluniversum (Das ist der Kerl mit dem fiesen Bart!) einen kleinen Kredit aufgenommen, um sich damit einen Gebrauchtwagen für die Firma zu kaufen.

Corona kam, und in dieser (richtigen) Realität kämpfe ich ums Überleben.
Spiegeluniversums-Basti hätte mit dem Kredit und allem,
was ein Auto an Unterhalt und Betrieb kostet schon längst aufgeben müssen.

Aber in meinem richtigen, Ohne-böser-Bart-Universum halte ich momentan noch gerade durch, Ha!
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Zurück auf der richtigen Seite

Es regnet gerade.
Nass. Kalt. Und ich muss mit dem Fahrrad zum Einkaufen.

Aber ich bin sehr froh darüber. Denn im Gegensatz zu meinem bösen Zwilling aus dem Paralleluniversum habe ich für den Umweltschutz versehentlich auch wirtschaftlich genau die richtige Entscheidung getroffen.

Ob meine Firma den Sommer wirklich überlebt wird sich noch zeigen.
Aber ohne ein gekauftes Auto hat sie wenigstens noch eine Chance.

Also, Freunde: Ich bin dann mal einkaufen.
Ihr erkennt mich (unter dem Schlamm im Gesicht) an meinem zufriedenen Radfahrer-Lächeln.
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Euer Basti "Löwenseelenkater" Sue

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Nicht ohne mein Handtuch!

Image Ecrit le 25.05.2020 de Bastian Sue
Equipe: Offenes Team - Wedel
Commune: Wedel im Kreis Pinneberg

Am 25.Mai ist Handtuch-Tag. In Gedenken an den "Per Anhalter durch die Galaxis" - Autor Douglas Adam's sollten heute möglichst viele Menschen ein Handtuch dabei haben.
Denn aus dem Roman wissen wir ja:

"Man muss immer wissen wo sein Handtuch ist"


Der nützlichste Gegenstand, den man bei intergalaktischen Reisen dabei haben kann.

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Jäger des verlorenen Fischbrötchens

Image Ecrit le 25.05.2020 de Bastian Sue
Equipe: Offenes Team - Wedel
Commune: Wedel im Kreis Pinneberg

Zunächst sah es ja so aus, als ob das diesjährige STADTRADELN nicht stattfinden könne. Corona hatte Deutschland im Griff, niemand wusste so genau wie es sich entwickelt und allgemein hieß es auch in Schleswig-Holstein "We bliev to huus", um die Ausbreitung der Keuche einzudämmen.

Inzwischen machen sich vage Hoffnungen breit, dass die Sache unter Kontrolle zu bringen ist, auch wenn von Volksfesten und unnötigen Kontakten abzusehen ist.

Damit erübrigen sich zwar meine Pläne, den ganzen Stadtrat gemeinsam mit auf mein Fahrrad zu nehmen, aber wenigstens kann das Stadtradeln doch noch stattfinden. Auf dem Rad wünscht man sich vor allem, dass die Autofahrer die gebotenen 2 Meter Sicherheitsabstand einhalten.

Bereits letztes Jahr wurde ich als STADTRADEL-Star vorgeschlagen.
Blogger, politischer Aktivist, seit kurzem Ratsherr. Naja, "Star" - Wedel bleibt bei seiner Prominenz eben bescheiden.

Durch Corona habe ich aber ein ganz anderes Problem:
Es müssen ein paar neue Ziele her!

Während ich ansonsten immer fleißig zu den Veranstaltungen geradelt bin, an denen ich mitarbeite, finden diese nun nicht mehr statt. Also sucht man sich eigene Ziele.

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  • Die selbst auferlegte Queste
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  • Für meine erste Tour habe ich mir in alter Rollenspieler-Manier eine Quest-Reihe erstellt.

    Wo sind alle Menschen hin? Und das Wasser?

    Gesagt getan.
    Die Route war mehr aus dem Gedächtnis als nach Plan gesucht, hat aber recht gut funktioniert. Nach den ersten 12 Kilometern, am ersten Ziel stellte sich die Aufgabe aber als schwieriger heraus als zunächst gedacht:

    Es herrschte absolute Ebbe. Niedrigwasser und von den üblichen Containerriesen auf der Elbe war keiner zu sehen.

    Aber dann ist mir wenigstens noch ein Lotsenschiff als Zeugnis meiner Reise begegnet. Ha!

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  • Leere Hafengassen
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  • In Hamburgs Innenstadt begegnete mir eine ungewöhnlich leere Reeperbahn. Kein Wunder, wenn die Mädchen und Jungens dort immer so wenig Klamotten anhaben, werden die ja noch leichter krank! Ist wohl besser für alle, wenn die auch Homeoffice machen.

    Die zweite Aufgabe der Quest war schnell erledigt, die dringend benötigte Medizin - die gegen den vermaledeiten Heuschnupfen - wurde vom Apothecarius übergeben.

    Also dann die Rückreise, als Belohnung wartete ein mir selbst versprochenes Fischbrötchen am Wedeler Hafen.

    Die vierte Aufgabe wurde praktisch nebenbei erledigt:
    Treibstoff für die Hauskatze gab es bei den örtlichen Stallungen.

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  • Eine wichtige Lektion
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  • Nun stand der Belohnung nichts mehr im Wege, das Fischbrötchen sollte meines sein.

    Doch als dann die 40 Kilometer geschafft waren, hat sich ein großer Fehler gezeigt, den ich als reisender Abenteurer gemacht habe.

    Der Kopf tat weh.
    Sehr.

    Nach all den Wochen zuhause und wenig Ausflügen, war der sonnige Tag alles andere als gut für mich. Dazu kommt, dass es dieses Jahr noch weniger Haare sind, die die sich ausbreitende Platte beschützen. So fühlt sich also ein Sonnenstich an, aha. Also musste das Fischbrötchen schweren Herzens leider ausfallen.

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  • Die Moral von der Geschichte habe ich gelernt:
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  • Ein Abenteurer,
    ob er auf dem Streitross oder dem Fahrrad reist,
    sollte doch besser einen Helm tragen.

    Mit Glück muss dieser auch nur gegen die Sonne schützen.

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  • Euer Löwenseelenkater

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