Stadtradeln baut keine Radwege

Ecrit le 26.09.2020 de Harald Kreutzer
Equipe: BAUT ENDLICH GUTE RADWEGE FÜR ALLE!
Commune: Saarbrücken im Regionalverband Saarbrücken

Letzte Woche gab es übrigens noch einen Beitrag bei Radio SR1 über das Stadtradeln. Sorry, hatte ganz vergessen, den hier zu verlinken, weil die Woche so viel los war.

Ihr findet ihn hier zum Nachhören:
https://www.sr.de/sr/sr1/programm/themen/stadtradeln_2020_saarland_100.html

Es werden zwei Positionen gegenübergestellt.

Contra: "Christiane Solte dagegen ist viele Jahre mit ihrem Team "Zauberladen" mitgefahren. In diesem Jahr ist sie aber nicht mehr dabei, weil sie den Eindruck hat, dass die Aktion nichts bewirkt. Da fahren die mit, die ohnehin Fahrradfahren, meint sie. Die Aktion bewegt aber kaum jemanden, aufs Rad umzusteigen."

Pro: "Fahrradfahrer Harald Kreutzer findet die Aktion gut, weil sie der Politik signalisiert, dass es in Sachen Radfahren noch Handlungsbedarf gibt."

Ich wurde dort für die Position "Pro" verbucht, weil es ja sonst irgendwie auch keinen Spaß macht, wenn niemand dagegen hält :D Der Vollständigkeit halber möchte ich aber an dieser Stelle doch noch mal zu Protokoll geben, dass ich das Stadtradeln grundsätzlich begrüße, es aber auch nur als einen kleinen Baustein sehe auf dem Weg zu einer Verkehrswende im Saarland. Stadtradeln bietet den sich beteiligenden Kommunen eine Möglichkeit, dass sie für das Radfahren vor Ort ein bisschen Werbung machen können, ohne dass es weh tut und ohne lästige Diskussionen, wo man den Radverkehr verbessern könnte und den Autos Platz wegnehmen müsste. Einige Kommunen sind dort ein bisschen mutiger als andere und setzen den Störungs-Radar ein, über welchen man Defizite im Radverkehrsnetz melden kann. Die Landeshauptstadt ermuntert die Nutzer*innen des Stadtradelns auch, dass diese sich die dazugehörige App herunter laden, um Informationen zu erhalten, welche Wege stark von Radler*innen frequentiert sind, welche man vielleicht noch nicht auf dem Schirm hat. Das ist alles gut und wichtig.

Stadtradeln alleine wird jedoch keine Radwege bauen und die Infrastruktur verbessern. Es Bedarf hier des Engagements aller Alltagsradler*innen, welche diese Zeilen gerade lesen. Die Verkehrswende wird nicht in Fahrt kommen, wenn man über schlechte Radwege schimpft und ansonsten selbst nicht aus dem Quark kommt und auf die Politik, Verwaltung, Medien zu geht und sich mit anderen Radler*innen zusammen tut, um etwas zu bewegen. Die Politik wird sich nicht von selbst auf diesen Weg begeben. Sie braucht vielmehr das starke und deutliche Signal aus der Gesellschaft, dass sich etwas für den Radverkehr (und die anderen "ökologischen" Verkehrsmittel) bewegt. Dazu hat z.B. der offene Brief von Christiane beigetragen, welcher zu einer Berichterstattung zum Thema geführt hat, aber auch das Engagement vieler einzelner Alltagsradler*innen, welche in den letzten Jahren dazu gekommen sind und ihre Zeit rein geben, um etwas für den Radverkehr zu bewegen. Danke euch und ich würde mir sehr wünschen, dass künftig noch viele weitere engagierte und entschlossene Radler*innen dazu stoßen werden!

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