Lastenrad als Zweitwagen?

Ecrit le 30.09.2020 de Manuel Steidel
Equipe: Bündnis 90 Die Grünen Rauenberg
Commune: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

Vor drei Jahren wollte ich mir schon ein neues Rad kaufen, mit dem ich die täglichen Fahrten in der Gegend auch bei schlechtem Wetter erledigen kann.

Bis dahin hatte ich nur mein altes Mountainbike, das für meine Fahrten nicht mehr passte. Durch Zufall bin ich auf Lastenräder gestoßen, und dass dieser Markt gerade explodiert, weil durch die Einführung von Elektromotoren deren Einsatz sehr viel praktikabler wurde.

Nach viel Recherchen im Internet und Probefahrten von verschiedenen Modellen in Heidelberg war uns klar, dass wir ein Long-John (langgestrecktes, einspuriges Lastenrad) haben möchten.

So kam es, dass ich ein Angebot eines Vorführers in Karlsruhe entdeckte und nach kurzem Telefonat mit meiner Frau schlugen wir zu. Nur wie das riesige Teil die 50km von Karlsruhe nach Rauenberg bekommen? Nunja, einfach fahren?! Sachen gepackt und los gings! Der Akku reichte locker, um nach Hause zu kommen.

Nun nach über drei Jahren im Einsatz können wir festhalten, dass das Lastenrad eines unserer besten Investitionen war: Wocheneinkauf, Fahrten mit den Kindern, Bau- und Gartenmarkteinkäufe, Schwimmbadbesuche,.... alles möglich und vor allem viel einfacher und schneller als mit dem Auto.

Immer wieder freue ich mich über die erstaunten Blicke auf dem Parkplatz, wenn ich im Baumarkt einen großen Sack Salz für die Enthärtungsanlage, Mulch, Erde, Holz und sonstigen Kram problemlos in das Lastenrad packe.

Am besten bewährt hat sich unser Lastenrad im Umkreis von bis zu 5km. Aber auch Ausflüge, die um einiges darüber hinaus gehen, sind mit der Akku-Reichweite problemlos möglich. Zumal die allermeisten unserer alltäglichen Ziele ohnehin im Umkreis von 5-7km liegen.

Vor allem ist im Umkreis von 5km die Reisezeit Tür-zu-Tür bei einem Fahrrad im Vergleich zu einen PKW eindeutig geringer: Man kann sowohl am Startpunkt als auch am Ziel direkt vor der Tür parken, muss keinen Parkplatz suchen und man kann oft den kürzeren Weg nehmen.

Dies ist nicht nur der subjektive Eindruck des einzelnen Radfahrers, sondern wurde auch schon in vielen Studien nachgewiesen. Ein schöner Einstieg in die Thematik bietet der Verkehrswissenschaftler Martin Randelhoff in seinem Blog:
https://www.zukunft-mobilitaet.net/167997/analyse/tuer-zu-tuer-reisezeit-stadtverkehr-pkw-miv-oepnv-radverkehr-pedelec-gleichheit-subjektive-verzerrung/

Auch der Kaufpreis hat sich schnell amortisiert: Durch gesparten Sprit, Versicherung und Kfz-Steuer hat sich der Mehrpreis eines Lastenrads schnell eingefahren, vor allem wenn man nur den Mehrpreis zwischen normalen E-Bike und E-Lastenrad ansetzt.

Das einzige Problem für mich ist: ICH bekomme das Lastenrad nur noch selten in die Finger! Durch meine Frau und die Kinder ist das Lastenrad ständig in Benutzung!

Schönes Erlebnis war noch letzte Woche, als ein Heißluftballon knapp über die Rauenberger Dächer fuhr und nach einem Landeplatz suchte. Eigentlich wollten wir mit den Kindern schon das Abendprogramm starten, aber haben uns spontan entschieden, die Kinder schnell in das Lastenrad zu packen und den Ballon Richtung Gänsberg zu verfolgen! Am Ende haben wir den Ballon eingeholt und die Kinder konnten hautnah miterleben, wie der Ballon landete und eingepackt wurde. Was ein Abenteuer für die Zwerge, das wir ohne unser Lastenrad sicher nicht erlebt hätten!

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