3 Wochen ohne Auto - Fazit

Ecrit le 19.10.2020 de Manuel Steidel
Equipe: Bündnis 90 Die Grünen Rauenberg
Commune: Rauenberg im Rhein-Neckar-Kreis

Drei Wochen Stadtradeln sind nun vorüber. Drei Wochen, in denen ich mein persönliches Ziel von 200km mit 440km deutlich übertroffen habe. Drei Wochen, in denen ich die Wette eingegangen bin, kein Auto zu nutzen. Ursprünglich hatte ich geplant, meine Fahrten zum Büro im Gewerbegebiet Wiesloch/Walldorf, Besuche von Freunden im Umkreis von 10km und Ausflüge mit den Kindern mit dem Rad zu machen. Alles sehr überschaubar und erledige ich auch ohne Stadtradeln schon mit dem Rad.
Blöd nur, wenn diese Freunde plötzlich anfangen, die SV Sandhausen Spiele in einer Kneipe in Mannheim schauen zu wollen... 30km einfache Strecke. Da musste ich schon erstmal schlucken, ob ich mir abends 60km hin und zurück antun will. Aber egal, die Stadtradeln-Wette lief noch und ich hatte nicht vor, die Wette zu verlieren! Also Sachen gepackt und ab nach Seckenheim.
Dort angekommen staunten die Freunde:

  • „WAS? Du bist mit dem Rad gekommen? Wie weit war das?!? Wie lange hast Du gebraucht?!?“
  • „30km, anderthalb Stunden, War eine schöne Route über Bruchhausen und Schwetzingen“.
  • „Achso, aber du bist mit dem eBike gefahren, oder?“
  • „Jau“
  • „Achsooo, na dann! Tss!“
  • Und da wären wir schon beim Thema eBike: Die Erkenntnis scheint sich bereits sehr weit durchgesetzt zu haben, dass auch vergleichsweise lange Strecken problemlos mit dem eBike erledigt werden können. So schlicht und einfach ist das Fazit. Obendrauf kommt noch, dass es wahnsinnig viel Spaß macht, mit dem eBike zu fahren!
    Daneben gibt es aber auch eine Schattenseite. Um die Praxistauglichkeit des Rads in Kombination mit der Bahn zu testen, fuhr ich nach Neustadt an der Weinstraße. Im Verkehrsverbund Rhein-Neckar kann man sein Rad ohnehin kostenlos mitnehmen, außer in der Stoßzeit zwischen 6Uhr und 9Uhr morgens. Aber leider waren selbst zur Mittagszeit alle Fahrradabteile in der S-Bahn brechend voll. Zwischen Heidelberg und Mannheim kam es sogar zu einem handfesten Streit, weil ein Radfahrer nicht bereit war, etwas Platz zu machen, damit ein zugestiegener Radfahrer sein Gefährt sicher abstellen konnte. Erst abends bei der Heimfahrt war ich allein im Radabteil. Nein, Spaß macht es definitiv nicht, sein Rad in der Bahn mitzunehmen, hier muss definitiv nachgebessert werden und mehr Platz geschaffen werden. Denn theoretisch ist die Bahn die perfekte Ergänzung.
    Sinn der drei Wochen ohne Auto war, nicht nur die geplanten und bequemen Fahrten, sondern konsequent auch die unerwarteten Ereignisse mit Rad, Bahn und Bus zu erledigen. Das waren sehr interessante drei Wochen für mich und ich habe viele schöne Ecken neu entdeckt. Sicherlich sind die drei Wochen während Corona nicht repräsentativ, aber es zeigte auch mir, dass mit dem Rad viel mehr möglich ist, als man glaubt.
    Übrigens: Meine Frau ist die Wette nicht eingegangen, hätte sie aber locker geschafft! Aber nur fast: Sie musste zwischendurch in unser Auto einsteigen und eine Runde damit fahren, damit die Bremsen nicht völlig festrosten…

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